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Barbara-Feier diesmal ohne Böller

Barbara-Feier diesmal ohne Böller

Aus Respekt vor den Opfern von Paris hatte man auf Böllerschüsse verzichtet: Am Barbara-Tag traf man sich zum Gedenken an die Schutzpatronin der Bergleute auf Bexbachs Friedhof.

Wer in einer Bergbau-Region wie dem Saarland lebt, der weiß, dass der 4. Dezember ein ganz besonderer Tag im Kalender ist. Denn an diesem Tag begehen die Bergleute den Barbara-Tag zu Ehren ihrer Schutzheiligen. So auch am Freitag, als die Kameradschaft St. Barbara Bexbach zusammen mit Reservisten der Bundeswehr, Mitgliedern der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IGBCE), dem Chor der Galileo-Schule, Vertretern der Bexbacher Verwaltung und einigen Bürgern auf dem Friedhof Bexbach-Mitte zwei Kränze zum Gedenken niederlegten. Dieses Mal anders als in den zurückliegenden Jahren: Man verzichtete auf Böllerschüsse, "aus Respekt vor den Opfern der Anschläge von Paris", wie Dietmar Decker, der erste Vorsitzende der Kameradschaft St. Barbara, vor Beginn der kurzen Zeremonie erklärte.

Dem würdigen Charakter der kleinen Feierstunde tat dies, wie auch der leichte Dauerregen, aber keinen Abbruch. Dietmar Decker: "Wir haben uns heute hier eingefunden, um unsere Schutzpatronin, die Heilige Barbara, zu ehren und all unserer verstorbenen, im Berg gebliebenen Kameraden zu gedenken." In dieses Gedenken schließe man eben auch die Opfer der Terroranschläge von Paris vor drei Wochen mit ein. Vor diesem Hintergrund freue es ihn, so Decker, dass auch in diesem Jahr wieder so viele den Weg zu Barbara-Feier gefunden hätten "um mit uns diesen Tag feierlich zu begehen".

Umrahmt vom Chor der Galileo-Schule Bexbach unter der Leitung von Ulrike Thilmany - an der Solo-Flöte Aimeé Wolf - ergriff dann Roland Dittrich von der Steag Power Saar GmbH, dem Betreiber des Bexbacher Kraftwerks, das Wort. Er erklärte den Gästen, darunter auch Bexbachs Bürgermeister Thomas Leis und der Beigeordnete Wolfgang Imbsweiler, in aller gebotenen Kürze, wie aus Barbara von Nikomedien, einer Region in der heutigen Türkei, der Legende nach die heilige Barbara wurde - nach ihrem Märtyrer-Tod als Opfer der Christenverfolgung. "Ihr letzter Wunsch soll gewesen sein, dass Gott all denen beistehen möge, welche unvorbereitet einem plötzlichen Tod gegenüberstehen", erzählte Dittrich aus der Legende. "Seither gilt die Heilige Barbara als Symbol für Wehrhaftigkeit und Standhaftigkeit." Unter ihrem Schutz versammeln sich heute viele: So ist sie Schutzpatronin der Bergleute, Hüttenleute, Gießer, Geologen, Glöckner, Glockengießer, Schmiede, Maurer, Steinmetze, Zimmerleute, Artilleristen und auch der Feuerwehrleute, der Jungfrauen und der Gefangenen.