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Ältere als Fußgänger gefährdet

Ältere als Fußgänger gefährdet

Die saarländische Polizei hat am Dienstagabend im evangelischen Gemeindezentrum in Oberbexbach ihre Aktion „Sicherheit für Senioren“ gestartet. SZ-Redakteur Jürgen Neumann sprach darüber mit Clemens Gergen. Der 42-jährige Polizeihauptkommissar im Landespolizeipräsidium ist landesweit verantwortlich für die Verkehrssicherheitsberatung und für die Verkehrsprävention.

Was ist der Anlass für den Termin in Oberbexbach?

Clemens Gergen: Es geht darum, Senioren über die besonderen Gefahren als Fußgänger im Straßenverkehr aufzuklären. Zum einen wird erklärt, wie man sicher über die Straße gelangt und zum anderen, wie man sich durch die richtige Kleidung, etwa für Autofahrer, in der Dunkelheit besser sichtbar machen kann.

Diese Vorträge bieten die Verkehrssicherheitsberater der Polizei in Zusammenarbeit mit den Seniorensicherheitsberatern landesweit in der "Dunklen Jahreszeit" an.

Leben ältere Menschen gefährlicher im Straßenverkehr?

Gergen: Generell kann man das nicht sagen, aber speziell als Fußgänger liegen die Senioren in der Verkehrsunfallstatistik des Saarlandes in den vergangenen Jahren sowohl als Verursacher wie auch als reine Beteiligte bei Verkehrsunfällen mit Verletzten über der Gesamtheit aller anderen Verkehrsteilnehmer.

Am stärksten ist demnach innerhalb der Gruppe der Senioren die Generation der über 75-Jährigen gefährdet.

Was sind die häufigsten Ursachen für Unfälle mit Älteren im Straßenverkehr?

Gergen: Körperliche Einschränkungen wie nachlassende Seh- und Hörfähigkeiten oder Probleme bei der Blickführung wegen verschlechterter Beweglichkeit des Kopfes beeinflussen die Verkehrstüchtigkeit mit zunehmendem Alter. Bei den Fußgängerunfällen kommt leider häufig hinzu, dass die Menschen aus Sicht des Autofahrers nicht oder zu spät erkennbar sind, weil sie dunkle oder schlimmer noch schwarze Oberbekleidung tragen.

Was können Ältere selbst tun, um sicherer auf der Straße zu sein?

Gergen: Bitte die Straße möglichst nur an einer Fußgängerampel oder am Zebrastreifen überqueren. In der Dunkelheit sollten sich ältere Menschen nur in heller Kleidung auf die Straße begeben oder zusätzlich durch reflektierende Elemente sichtbar machen. Seh- und Hörfähigkeiten sollten regelmäßig ärztlich untersucht und gegebenenfalls durch Hilfsmittel verbessert werden. Auf diese Dinge sollten auch Angehörige mit Acht geben.