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Abriss der Höcherberghallen in Bexbach wohl Ende 2019

Gesperrt ist sie schon seit Mitte 2018 : Höcherberghallen fallen wohl Ende 2019

Die Stadt prüft, einen Teil des freiwerdenden Bereichs zu einer Flutmulde für den Bexbach umzubauen und sich das vom Land fördern zu lassen. Die Genehmigung dauert.

Wie geht es weiter mit den seit Sommer 2018 gesperrten Höcherberghallen? Die Frage kam auch im letzten Stadtrat am 23. Mai auf. Noch bis Ende Juni ist ein Ingenieurbüro damit beschäftigt, die in den Hallen verbauten Schadstoffe zu kartieren. Das erklärte Bürgermeister Thomas Leis (SPD) bei einem Gespräch im Rathaus. Da die Hallen im Bexbachtal lägen, spiele auch der Hochwasserschutz für die folgenden Vorhaben eine Rolle. Die Stadt erhofft sich hier Zuschüsse. Gegebenenfalls sei ein Wasserrechtsverfahren nötig, wenn durch den Abriss und Neubau an dem Gewässerverlauf Änderungen entstünden. Auf der anderen Seite könne man vielleicht Stützwände der Mauer stehen lassen und in einen Neubau integrieren. Gegen Jahresende könnte ein Abriss beginnen, dafür müsse die Verwaltung einen Antrag stellen, so Leis.

Sabine Schorr, Sprecherin des Umweltministeriums bestätigt auf Anfrage, dass die Halle teilweise innerhalb des Überflutungsbereichs eines 100-jährlichen Hochwasserereignisses liege. Allerdings sei sie nicht in den Bereich gebaut worden; man habe erst in den letzten zehn Jahren berechnet, wie sich ein 100-jährliches Hochwasser auswirken würde und entsprechende Hochwassergefahrenkarten erstellt.

Auch würde der Verlauf des Bexbachs weder durch den Abriss der Halle noch durch einen Neubau beeinflusst werden. Denn, so Schorr: „Nach derzeitigem Stand wird der Neubau außerhalb des 100-jährlichen Überflutungsbereichs liegen.“ Die Stadt habe jedenfalls eine mögliche Bezuschussung angefragt und das Ministerium diese auch in Aussicht gestellt. Schorr erklärt: „Dies beruht nicht auf der jetzigen Lage des Gebäudes. Vielmehr ist beabsichtigt, an der Stelle der abgerissenen Halle das Gelände zu einer Flutmulde auszugestalten. Diese würde bei einem Hochwasser des Bexbachs als Retentionsraum zur Verfügung stehen. Dieser ist eine natürliche Überschwemmungsfläche. Abhängig von hydraulischen Nachweisen bezüglich der Wirksamkeit der Flutmulde deren Planung und Ausführung bezuschusst werden. Der Abriss selbst, und auch der Ersatzneubau könnten aus Mitteln der Hochwasservorsorge nicht bezuschusst werden.

Inzwischen habe laut Schorr eine Besprechung zwischen Planungsbüro, Stadt, Landesumweltamt und Umweltministerium stattgefunden. „Das Vorhaben befindet sich im Stadium der Vorplanung. Es soll ein Baugenehmigungsverfahren bei der Unteren Bauaufsicht durchgeführt werden“, schreibt Schorr. Über eine Bezuschussung könne das Umweltministerium erst entscheiden, wenn alle Genehmigungen vorlägen. „Das Verfahren kann mehrere Monate bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen“, so Schorr weiter.

Die in die Jahre gekommenen Höcherberghallen sind seit ihrer Zwangsschließung einer der größten Aufreger in Bexbach, sind doch zahlreiche Vereine betroffen, mussten für ihre Aktivitäten ausweichen. Die Sperrung hatte sich dabei angekündigt, war doch schon länger bekannt, dass das Dach der Halle hätte saniert werden müssen. Eine Schließung wegen hoher Schneelast im Winter drohte.

Seit März 2017 war klar, dass ein Ersatzbau für die Höcherberghallen kommen wird. Die damalige Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte zur Meisterehrung der Sportler am Höcherberg einen Scheck in Höhe von 4,58 Millionen Euro mitgebracht, den sie gemeinsam mit dem Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion, Stefan Pauluhn, und dem Bundestagsabgeordneten Alexander Funk (CDU) an Leis überreichte. Das Geld sollte für den Bau einer neuen Kultur- und Sporthalle verwendet werden, die voraussichtlich auf dem Parkplatz der Höcherberghallen entstehen wird.

Höcherberghallen in Bexbach. Foto: Eric Kolling Foto: Eric Kolling

Inzwischen hat der Stadtrat das städtebauliche Entwicklungskonzept für die Innenstadt von 2011 so um den Bereich Höcherberghallen abgeändert, dass für deren Neubau Landesmittel aus dem Programm „Aktive Stadt“ fließen können. Der Abriss der Halle für eine Million Euro und der Ersatzneubau (sieben Mio.) wurden ins Investitionsprogramm aufgenommen. Geplant ist die Maßnahme bis 2022. Bürgermeister Leis hatte bei im Stadtrat erklärt, dass eine Finanzierung aufgrund des großen Volumens nur über einen längeren Zeitraum möglich sei.