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2020 wird aus dem Cityfest Bexbach ein Zweifachfest

Kostenpflichtiger Inhalt: Bexbacher Stadtrat entscheidet einstimmig : Stadtfest bleibt 2020 in der Innenstadt

Vor allem die Bexbacher Gewerbetreibenden sind im Juni bei einer Sause mit Musik und Fahrgeschäften in der Bahnhofsstraße dabei, die Vereine werden im Oktober bei der SR3-Landpartie eingebunden. Einige Debatten gingen dieser einstimmigen Entscheidung voraus.

Das Bexbacher Cityfest wird dieses Jahr an zwei Tagen zwischen dem 19. und 21. Juni in der City stattfinden. Diesen Beschlussvorschlag der Verwaltung nahm der Bexbacher Stadtrat bei seiner Sitzung am Dienstag im Volkshaus Oberbexbach einstimmig an. Demnach wird es in der Bahnhofsstraße eine große Musikbühne geben, bis zu vier Fahrgeschäfte auf dem Aloys-Nesseler-Platz. Auch Gewerbetreibende von außerhalb werden zugelassen. Bei einer Umfrage unter Bexbacher Vereinen und Gewerbetreibenden hatte sich eine knappe Mehrheit für die Innenstadt und gegen den Blumengarten als Feierort ausgesprochen. Vor allem die Gewerbetreibenden waren mehrheitlich dafür, die Vereine für den Blumengarten. Um ihnen gerecht zu werden, werden sie im Rahmen der SR3-Landpartie im Blumengarten mit einbezogen, können Gäste und Besucher bewirten (wir berichteten).

Obwohl sich die Fraktionen im Bexbacher Rat einig waren, ging der Beschlussfassung eine lebendige Debatte mit vielen Redebeiträgen voraus.  CDU-Fraktionschef Karl-Heinz Klein sprach auch von „sehr engagierten Diskussionen“ in den Ausschüssen: „Die Entscheidung fällt schwer“, so sein Fazit, und: „Es wäre schöner gewesen, wenn man eine deutliche Mehrheit für eine Richtung bei der Umfrage erhalten hätte.“ Natürlich stünden die Planungen beider Feste unter dem „Corona-Vorbehalt“, so Klein. Bürgermeister Christian Prech (CDU) pflichtete ihm bei. Sechs Wochen vor den Veranstaltungen bewerte man die Lage neu und könne dann reagieren, „ohne die Teilnehmer über die Maßnehmen mit Ausgaben zu belasten“.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Dirk Vogelgesang stellte vorab klar, dass seine Partei das Cityfest nie habe verhindern wollen und man der Verwaltungsvorlage zustimme – obwohl sich in der Fraktion „keine klare Meinung herauskristallisiert hat“. Andernfalls stünde Bexbach ganz ohne Fest da. Doch: „Im Moment erleben wir einen holprigen Start.“ Begleitumstände, die zum Aus des bisherigen Fests geführt hätten, seien weiter fraglich. So hätte das Thema im Stadtrat behandelt werden müssen, wo man hätte entscheiden können, die Fest-Defizite zu übernehmen, erneuerte Vogelgesang frühere SPD-Vorwürfe. Auch habe die Verwaltung bisher nur vage Zahlen zu den Kosten für das nächste Fest geliefert, an einer detaillierten Ausarbeitung mangele es. Viele Vereine seien daher verunsichert. Seit der Infoveranstaltung im Januar „sind wir zwei Monate und zwei Sitzungen weiter, ohne dass Fragen geklärt wurden“.

Prech erklärte: „Wir ermitteln die Kosten gleich nachdem der Beschluss heute gefasst ist.“ Auch konterte er, dass nicht die Stadt im vergangenen Jahr das Cityfest abgesagt habe, sondern der Kultur- und Verkehrsverein. Auch sein Vorgänger Thomas Leis (SPD) sei wegen des jährlichen Festdefizits schon in Bedrängnis geraten, so Prech. Nachdem Wolfgang Krauß (FDP) die Höhe des Verlusts der letzten Jahre wissen wollte, schaltete sich Vereins-Geschäftsführer Volker Wagner von der Stadt Bexbach ein. Seit 2008 habe der Verein 32 445 Euro Verlust gemacht, 2016 ein Plus von 6046 Euro, 2017 ein Minus von 7282 Euro, 2019 von 6095 und 2019 von 7340 Euro. „Irgendwann ist das Vereinsvermögen aufgebraucht“, so Wagner.  Krauß fand allerdings wie vorher Vogelgesang, der Stadtrat „hätte eine andere Lösung finden können, wenn das rechtzeitig auf dem Tisch gelegen hätte“. Der Kultur- und Verkehrsverein oder Ex-Bürgermeister Leis hätten das gegenüber dem Rat kundtun müssen, so Krauß.  Der Ansicht schloss sich auch Jan Hornberger (SPD) an.

Thorsten Müller (CDU) hingegen fand, wegen einer Patronatserklärung zur Kostenübernahme seien der Verwaltung die Hände gebunden gewesen. Kommendes Jahr müsse man über einen künftigen neuen Standort diskutieren. 2020 wäre so gesehen ein Übergangsjahr. „Der Gewerbeverein könnte sich eine zweite Veranstaltung vorstellen“, sagte Müller, und: „Wenn wir was für die Vereine machen wollen, dann muss die Rückmeldung der Vereine auch Gewichtung haben.“

Marc Simon (SPD) erinnerte daran, dass zum Cityfest früher 120 000 Besucher kamen, „das war größer als die Emmes“. Für den Blumengarten hätte bei der Entscheidungsfindung gesprochen, dass man eine große Fläche und geringere Kosten habe, allerdings gebe es dort keinen Schutz vor Wind und Wetter.  In der Innenstadt habe man die Gastronomie vor Ort, es sei aber teurer. Doch nur dort könne man die Investitionen in die City präsentieren. Und man brauche die Unterstützung aller Bexbacher: „Das ist nur in der Innenstadt möglich.“ Es sei 2020 die einmalige Chance, das Cityfest am Leben zu erhalten, so Simon abschließend.