150 Laubfrösche fürs Bahnlog-Gelände in Limbach

Neue Frösche : Neue Heimat für 150 kleine Laubfrösche

Feldbiologe Christoph Bernd will im Auftrag der Bahnlog den Laubfrosch auf dem Gelände in Limbach ansiedeln.

Mit der Wiederansiedlung von Tierarten in einem Gebiet, wo sie früher mal vorhanden waren, ist es so eine Sache: Da reicht es meist nicht aus, einfach mal ein paar Exemplare auszuwildern. So ist das auch bei dem Versuch, den Laubfrosch wieder im Bliesgau zu etablieren. Da muss für eine stabile Population jedes Jahr wieder von außen aufgefrischt werden. Deswegen setzte jetzt Naturlandforscher Christoph Bernd erneut 150 Laubfrösche am Brandweiher aus, der direkt neben dem Bahnlog-Gelände liegt. „Es dauert in der Regel drei Jahre, bis sie geschlechtsreif sind. Das Gesetz der großen Zahl spielt eine Rolle, und man muss mit einer Ausfallrate rechnen - wegen natürlicher Feinde oder schlechter klimatischer Bedingungen.“

Der Nachweis einer eigenständigen Reproduktion wurde auf dem Bahnlog-Gelände aber schon erbracht. „Es sieht sehr gut aus, aber man sollte nicht zu früh aufhören.“ Ein Problem ist auch, dass sich Fische im Brandweiher angesiedelt haben: „Es sind zum Glück Rotfedern, das sind normalerweise Pflanzenfresser, aber die nehmen trotzdem die ein oder andere Kaulquappe mit. Und das ist schlecht.“ Bernd hatte gehofft, dass der Tümpel im Sommer austrocknet, das wäre das Ende der Rotfedern gewesen. Aber so weit kam es nicht ganz. Immerhin: „Der Reiher hat sich ganz gut bedient an den Fischen.“ Laubfrösche frisst der große Vogel eher nicht, denn die sitzen hoch im Laub und bewegen sich tagsüber fast nicht, da sie nachtaktiv sind.

Bernd ist für die Ansiedlungsprogramme seltener Tierarten zuständig, die von Bahnlog initiiert werden. Sein Ziel ist die Wiederherstellung eines Arten-Inventars, „wie es früher am Rande des Bliestals üblich war“. Bei der Ansiedlung des Laubfroschs besteht die Hoffnung, dass dieser sich vom Brandweiher ausgehend noch mal in die gesamte Bliesaue ausbreitet. Einige erwachsene Exemplare haben sich schon am Brandweiher etabliert: Abendliche Spaziergänger erkannten das in warmen Sommernächten am lautstarken Quaken der Tiere. Dabei muss man aber den spezifischen Ruf des Laubfroschs kennen, der wenig gemein hat mit dem Quaken der Wasserfrösche. Lautmalerisch entspricht er in etwa einem „ääb ääb ääb ääb“.

Dass die Art sich nicht von alleine wieder im Saarland ansiedeln kann, erkennt man daran, wo das von hier aus gesehen nächste Laubfrosch-Biotop liegt: in der Rheinebene. „Das heißt, die müssten über den ganzen Pfälzerwald wandern, um wieder hier herzukommen, das ist natürlich illusorisch“, so Bernd.

Wie gut, dass der Biologe auf die Dienste des Darmstädter Amphibienzüchters Dieter Ihrig zurückgreifen kann. Dieser hält und züchtet auf einem Areal von 600 Quadratmetern alle heimischen Amphibienarten. Wie schon das Jahr zuvor hatte er in einer Plastikwanne die knallgrünen und sehr agilen Jungtiere dabei. Die sprangen mit großen Sätzen in die neue Freiheit oder begaben sich eher gemächlich auf die Pirsch. Manche kletterten auch erstmal den gelben Regenmantel von Emely Fries, der Tochter von Bahnlog-Chef Jörg Michael Fries, hoch. Mitte Oktober werden sich die Tiere ein frostsicheres Versteck zur Überwinterung suchen, ehe es im Frühjahr wieder rauf auf die Bäume geht.