Baustart an der Mannlichstraße

Baustart an der Mannlichstraße

Homburg. Die Bagger leisten ganze Arbeit auf dem Gelände an der Mannlichstraße in Homburg. Ein Edeka-Markt mit etwa 2500 Quadratmetern Verkaufsfläche samt weiteren Fachgeschäften, darunter eine Drogerie, ein Bio- und ein Textilmarkt, ein Schuhgeschäft sowie eine Apotheke, sollen hier bis Ende 2011 entstehen. Das dafür vorgesehene Gelände erstreckt sich bis zur Zweibrücker Straße

Homburg. Die Bagger leisten ganze Arbeit auf dem Gelände an der Mannlichstraße in Homburg. Ein Edeka-Markt mit etwa 2500 Quadratmetern Verkaufsfläche samt weiteren Fachgeschäften, darunter eine Drogerie, ein Bio- und ein Textilmarkt, ein Schuhgeschäft sowie eine Apotheke, sollen hier bis Ende 2011 entstehen. Das dafür vorgesehene Gelände erstreckt sich bis zur Zweibrücker Straße. Von dem Komplex ist zwar noch nichts zu sehen, doch es sind bereits riesige Erdhaufen aufgeschüttet, ständig fahren beladene Lastwagen Richtung Zweibrücker Straße. Noch stehen die heruntergekommenen Hallen, einst Standort von Hela-Express. Doch deren Abriss stehe unmittelbar bevor, sagt Manfred Schenk, Geschäftsführer der gleichnamigen Unternehmensgruppe aus Pirmasens, die hier als Investor auftritt. Der Stadtrat hatte Ende Februar den Weg für das Großprojekt freigemacht, die Baugenehmigung habe er vor knapp zwei Monaten erhalten, seit Anfang August werde gebaut, so Schenk. Derzeit liege man mit den Arbeiten im Zeitplan.Um Platz zu schaffen, wurden auch etliche Bäume gefällt. Und dies hat den Homburger Manfred Emde auf den Plan gerufen. Der ärgert sich über diesen Eingriff in die Natur. Die auch für Vögel und weitere Tiere wichtige Bauminsel hätte bei anderer Planung erhalten werden können, sagt er, wenn man sich zum Beispiel beim Neubau beschränkt hätte auf das ehemalige Hela-Express-Gelände. Als Privatmann müsse man sich schließlich auch an die Baumschutzsatzung halten. Überhaupt stehe das Ganze Homburg, das sich ja auch als "Stadt des Baumes" verstehe, nicht gut zu Gesicht. Mit der Baugenehmigung sei die Freigabe zum Abholzen erteilt worden, erläutert Stadt-Pressesprecher Jürgen Kruthoff. Sämtliche verkauften Flächen seien komplett verplant - mit überwiegend eingeschossigen Gebäuden und Parkplätzen. Der Edeka-Markt selbst soll ziemlich genau dort entstehen, wo die Fußgängerbrücke über die B 423 führt - und damit möglichst nah an der Stadt. Allein der Markt sei wesentlich umfangreicher "als das rund 1400 Quadratmeter große Wäldchen, das dort stand". Dazu komme eine Ladenzeile. Grundsätzlich müsse für abgeholzte Bäume ein Ausgleich geschaffen werden, entweder auf der gleichen Fläche, an anderer Stelle, oder es werde Geld an die Kommune gezahlt, die dann damit etwas mache. Allerdings gelte für die jetzt betroffene Fläche noch ein älteres Baurecht, das lediglich überarbeitet wurde. "Es galt ein bestimmter Bebauungsplan, der innenstadtrelevante Bebauung jederzeit ermöglicht hätte." Die Bäume wären ohnehin gefallen, auch wenn etwas anderes dorthin gekommen wäre, erklärt Kruthoff. Allerdings sehe diese ältere Version des Plans nicht vor, die gefällten Bäume wie heute üblich zu hundert Prozent auszugleichen, sondern nur zum Teil. Dies solle zum Beispiel auf Flächen zwischen Parkinseln geschehen. Zudem solle das Flachdach der Ladenzeile begrünt werden. Meinung

Ende eines Schandflecks

So sieht es derzeit aus: Im hinteren Teil der Mannlichstraße haben jetzt die Bagger das Sagen. Foto: SZ.
So soll der Geschäftskomplex an der Mannlichstraße/Zweibrücker Straße einmal aussehen. Ankermieter wird dort das Unternehmen Edeka sein, sagt Investor Manfred Schenk. Foto: pma/Schenk.
So sieht es derzeit aus: Im hinteren Teil der Mannlichstraße haben jetzt die Bagger das Sagen. Foto: pma.

Von Merkur-Mitarbeiterin Ulrike Stumm Mit dem bestehenden Gelände an der Mannlichstraße/Zweibrücker Straße und seinen heruntergekommenen Hallen lässt sich sicher kein städtischer Schönheitswettbewerb gewinnen. Deswegen ist es ein echter Fortschritt, dass hier etwas passiert. Ein Lebensmittelmarkt samt weiteren Geschäften passt gut. Zumal der Edeka-Markt im Saarpfalz-Center erst vor Kurzem seine Tore schloss. Investoren stehen in Homburg nicht gerade Schlange, das zeigt unter anderem das gescheiterte Vauban-Carrée. Deswegen ist es schön zu sehen, wie etwas tatsächlich Formen annimmt. Dass Bäume in einem solchen Fall gefällt werden müssen, ist bestimmt nicht erstrebenswert, lässt sich aber nicht immer verhindern. Schließlich lohnen sich solche Projekte erst ab einer bestimmten Größe. Vielleicht geben die Beteiligten ihren Herzen einen Stoß und sorgen dafür, dass es für alle Bäume einen Ausgleich gibt - das wäre zumindest ein Trostpflaster.

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