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Aufgeregt im renovierten KlassenzimmerSchon im Kindergarten Schulluft geschnuppert

Aufgeregt im renovierten KlassenzimmerSchon im Kindergarten Schulluft geschnuppert

Kirrberg. Rosa Feen, Prinzessinnen mit Schmetterlingsflügeln, Pferde, weiße Hündchen, Fußballschuhe, Dinos und Ritter: Die 20 Kirrberger Abc-Schützen halten ihre bunten Schultüten fest im Arm, die Ranzen stehen vor ihnen. Sie sitzen in der ersten Reihe in der Lambsbachhalle und warten noch recht schweigsam auf das, was da gleich kommen wird

Geführt von Konrektor Peter Rammo machte sich der saarländische Bildungsminister Klaus Kessler ein Bild vom Schulbetrieb an der Grundschule Bexbach.

Kirrberg. Rosa Feen, Prinzessinnen mit Schmetterlingsflügeln, Pferde, weiße Hündchen, Fußballschuhe, Dinos und Ritter: Die 20 Kirrberger Abc-Schützen halten ihre bunten Schultüten fest im Arm, die Ranzen stehen vor ihnen. Sie sitzen in der ersten Reihe in der Lambsbachhalle und warten noch recht schweigsam auf das, was da gleich kommen wird. Es ist ihr großer Tag, und sie sind "ganz schön aufgeregt". Eingehüllt in Plastik haben sie ihre kostbaren Tüten in die Halle gebracht. Mit ihnen sind nicht nur ihre Eltern und Großeltern hineingekommen, sondern auch Homburgs Stadtspitze: Oberbürgermeister Karlheinz Schöner, Bürgermeister Klaus Roth, der Beigeordnete Rüdiger Schneidewind. Das hat natürlich einen weiteren Grund. Am Montag wurde in Kirrberg nicht nur die Einschulung von 20 Abc-Schützen gefeiert, hier wurde zugleich auch die frisch renovierte und umgebaute Schule eingeweiht. Damit endete eine ziemlich langwierige und recht kostspielige Angelegenheit. Noch liegen die endgültigen Abrechnungen nicht vor, aber Architekt Roland Damm hat dennoch ein paar Zahlen parat: Demnach haben Schule und Freiwillige Ganztagsschule um die 800 000 bis 900 000 Euro gekostet, die Kindertagesstätte 1,6 bis 1,7 Millionen Euro. Damit liege das Gesamtprojekt bei etwa 2,6 Millionen Euro. Das ist deutlich mehr als die anfangs anvisierten zirka zwei Millionen Euro. Schulgebäude brauchten einen sehr hohen Sicherheitsstandard, zudem Schallschutz. Auch würden äußerst hochwertige Materialien verwendet, das sei nicht vergleichbar mit dem, was man vom eigenen Haus kenne, zählte Damm einige Gründe für die hohen Kosten auf. "Wir bauen seit drei Jahren an diesem Standort", sagte OB Schöner. Hier lasse sich nun in tollem Ambiente lernen. Die Gebäude präsentierten sich top modern, in ruhiger Lage und nicht als "Nebenarm des Homburger Hauptstandortes". Kirrberg ist nämlich seit der Grundschulreform Dependance der Sonnenfeldschule. Ein Vorteil sei, dass Schule und Kindertagesstätte unter einem Dach untergebracht sind, unterstrich der OB. Durch das Kooperationsjahr, in dem Kindergarten und Grundschule eng verzahnt werden, "kennen die Kinder, die heute eingeschult werden, ihre Lehrerin schon". Das sei sehr vorteilhaft, bestätigte auch Lehrerin Silke Buch, die im vergangenen Jahr diese Vorbereitung auf die Schule begleitet hatte. Neben Grußworten des Schulvereins und der Konrektorin der Sonnenfeldschule, Erika Backes-Faller, hatten aber auch die Kinder das Wort beziehungsweise ein Lied. Mit bunt bemalten Papptellern samt raschelnden Bändern ausgestattet sangen die Größeren für die Neuen "Wir sind die Kinder dieser Welt". Einige mutige Abc-Schützen trauten sich sogar mit nach vorne. Danach ging's über den Schulhof ins Klassenzimmer, vor dem auch deswegen Gedränge herrschte, weil Eltern und Großeltern die Schulanfänger in den Bänken sehen und fotografieren wollten. Irgendwann aber schloss sich die Tür - und die Erstklässler erlebten ihre allererste Schulstunde. Bexbach. Für 62 Abc-Schützen begann auch in Bexbach gestern der schulische Ernst des Lebens. Das Besondere: Bildungsminister Klaus Kessler hatte sich angekündigt - und das mit einem guten Grund. Die Grundschule Bexbach gehört zu den 20 Modell-Schulen, die ab diesem Schuljahr mit dem so genannten Kooperationsjahr eine Vernetzung des letzten Kindergartenjahres mit der Grundschule erreichen wollen. Das Ziel: Eine adäquate frühkindliche Förderung. Kessler: "Alle Studien haben uns gezeigt, das andere Länder im europäischen Vergleich hier mehr tun. Hier müssen wir aktiv werden, denn je früher wir fördern, umso weniger wirken sich später soziale Unterschiede aus." Die im Vorfeld geäußerte Kritik, mit dem neuen Konzept einen verstärkt schulischen Betrieb schon in den Kindergärten zu initiieren, wies Kessler zurück. "Auch wenn Grundschullehrer in den Kindergarten gehen, machen sie dort keinen Schulunterricht. Sie setzen stattdessen den Bildungsplan des Kindergartens als Tandem um - je ein Erzieher und ein Lehrer betreuen im letzten Kindergartenjahr eine Gruppe." Welchen Vorteil diese enge Verzahnung von Kindergarten und Grundschule hat, verdeutlichte Kornelia Sieber, Rektorin der Grundschule Bexbach, am Rande der Einschulung. "Ich bin begeistert davon, dass wir unsere künftigen Schüler viel genauer kennen lernen können als bisher." Dies schaffe, da sind sich die Verantwortlichen sicher, weitaus bessere Möglichkeiten, individuell auf den Förderbedarf einzugehen. thw