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Ärger im Saarpfalz-Kreis wegen Corona-Impfzentrum im Kreis Neunkirchen

Corona-Impfung im Saarpfalz-Kreis : Weiter Ärger um Fahrt ins Impfzentrum Ost

Die Diskussionen um das Impfzentrum Ost in Neunkirchen halten an. Jetzt melden sich mehrere Ortsvorsteher zu Wort.

Jetzt melden sich auch mehrere Homburger Ortsvorsteher zu Wort, die nicht hinnehmen wollen, dass die Bewohner des Saarpfalz-Kreises den Weg nach Landsweiler zum Impfzentrum antreten müssen: „Wir Homburger Ortsvorsteher, Dr. Karl Schuberth, Manuel Diehl, Jürgen Schäfer und Reinhold Nesselberger, bitten Landrat Theophil Gallo dafür Sorge zu tragen, dass umgehend auch in Homburg ein Corona-Impfzentrum entsteht“, heißt es in einer Pressemitteilung der Ortsvorsteher aus Einöd (Schuberth), Kirrberg (Diehl), Jägersburg (Schäfer) und Wörschweiler (Nesselberger). Diese Bitte, so die vier Orstvorsteher, entspreche sowohl den häufigen Anfragen von betroffenen Bürgern aus den jeweiligen Stadtteilen, als auch aus dem gesamten Saarpfalzkreis. Vor allem ältere Leute mit eingeschränkter Mobilität seien die Leidtragenden.

Auch Barbara Spaniol, Fraktionsvorsitzende der Linken im Homburger Stadtrat und Landtagsabgeordnete, fordert ein eigenes Impfzentrum für Homburg: „Vor dem Hintergrund, dass Senioren Probleme mit dem Transport zum zuständigen Corona-Impfzentrum nach Neunkirchen beklagen, ist ein eigenes Impfzentrum für Homburg dringend notwendig“. Es sei auch für sie, wie für viele Bürger aus der Saarpfalz, kaum nachvollziehbar, warum die Universitätsstadt Homburg als drittgrößte Stadt im Land mit Sitz des Landesuniversitätsklinikums kein eigenes Impfzentrum anbieten könne. „Die Auswahl der Standorte der Impfzentren wird im Osten des Saarlandes, also in der Saarpfalz, genauso beklagt wie im Nordsaarland, wo es ebenfalls kein Zentrum gibt. Der Weg zum Impfzentrum ins Sinnerthal nach Neunkirchen ist für über 80-Jährige mit eingeschränkter Mobilität schwer machbar. Die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauert über eine Stunde und schreckt viele Ältere auch wegen möglicher Infektionen ab. Dass jetzt Fahrdienste über DRK oder Malteser angeboten werden, ist sicher eine Erleichterung für die älteren Menschen. Damit nicht jede einzelne Organisation mit Warteschleifen von den Menschen abtelefoniert werden muss, wäre eine Hotline der Stadt zielführend, welche die Abfrage nach Transportmöglichkeiten für Ältere übernimmt. Dazu sollten die betroffenen Bürger angeschrieben werden“, so Spaniol weiter.

Außerdem seien die Voraussetzungen zur Übernahme der Fahrtkosten zum Impfzentrum überaus kompliziert. Eine kostenlose Regelung für Taxitransporte zum Impfen wie in Berlin gebe es im Saarland nicht, so Spaniol abschließend.

Ein weiterer Punkt, der viele Leute ärgert, ist die bisherige Praxis, dass stationäre Personen in den Seniorenheimen geimpft werden, die Bewohner aus dem Bereich „betreutes Wohnen“ hingegen nicht, obwohl alle in derselben Einrichtung leben. Und wenn es um allein lebende Senioren geht, die sich kaum noch selbst helfen können, kommt auch kein mobiles Impfteam vorbei. Mit diesem Problem wandte sich auch Ralf Reinstädtler an unsere Zeitung. Er erhielt die Antwort: „Derzeit werden die fünf mobilen Teams nur in Alten- und Pflegeeinrichtungen eingesetzt, eine Ausweitung ist derzeit nicht möglich.“

Das Imfpzentrum Ost in Sinnerthal bei Neunkirchen. Foto: Michael Beer

Für alle impfberechtigten Personen mit privatem Wohnsitz sei eine Impfung derzeit nur in den Impfzentren möglich. Dies könne gerade für ältere Menschen mit körperlichen Behinderungen eine Herausforderung sein. „Alle Impfzentren sind barrierefrei gestaltet, und es gibt ausreichend kostenfreie Parkplätze, ebenso ist Personal zur Hilfe vor Ort“, heißt es dagegen in der Mitteilung des Impfzentrums.