Saar-Naturschutzverbände stehen Minister Jost im Streit mit Bauern bei

Streit um Vogelschutzgebiet im Nordwest-Saarland : BUND und Nabu geben Bauern Kontra

Die Saar-Naturschutzverbände BUND und Nabu stärken Saar-Umweltminister Reinhold Jost (SPD) in dessen Streit mit den Bauern und Landbesitzern um das Vogelschutzgebiet Natura 2000 am Renglischberg zwischen Faha und Münzingen den Rücken.

In dem Ackerbaugebiet Renglischberg soll im August und September regelmäßig der seltene Mornellregenpfeifer eine Rast auf dem Weg von der russischen Tundra nach Nordafrika einlegen. Daher wird der Feldanbau dort von Jost per Verordnung eingeschränkt. Die Interessengemeinschaft (IG) Renglischberg bezweifelt, dass der Mornellregenpfeifer am Renglischberg rastet. „Der BUND Saar würde sich freuen, wenn die betroffenen Landwirte sich nicht zu einem emotionalen Widerstand zusammenfinden würden, sondern zu einer stolzen Gemeinschaft, die mit einer schonenden angepassten Landwirtschaft sich den Schutz dieser bedrohten Vögel auf die eigenen Fahnen schreibt“, sagte Saar-BUND-Chef Christoph Hassel. Es gehe nicht darum, den Bauern etwas völlig Neues aufzuzwingen, sondern darum, die traditionelle Bewirtschaftung weiterzuführen, betonte Hassel. 

„Der Mornellregenpfeifer ist keine Fata Morgana“, betonte Rudi Reiter, Vize-Chef des Nabu Saar. Die Behauptung der IG Renglischberg, es wäre dort kein Mornellregenpfeifer mehr nachgewiesen, sei vollkommen aus der Luft gegriffen, sagte Reiter. Die Vogelmeldungen in ornitho.de seien die Beweisgrundlage. Auf Ornitho.de gebe einen Teil, der nur registrierten und aktiven Mitarbeitern offen stehe. Zudem einen nichtöffentlichen Teil, bei dem nur Mitarbeitern mit Sonderrechten Einblick hätten, erklärte Reiter. „Die Meldungen vom Renglischberg wurden aus besonderen Schutzgründen, aufgrund der andauernden Streitigkeiten, im nichtöffentlichen Teil erfasst“, so Reiter. Bei Bekanntwerden der genauen Flächenlage sei befürchtet worden, dass durch die Bewirtschaftungsart der Flächen die Rastplätze vorsätzlich entwertet würden, beklagte der Nabu-Vize.