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Saar-Ministerpräsident Hans will härteren Lockdown nach Weihnachten

Saarbrücken/Berlin : Ministerpräsident Hans will härteren Lockdown nach Weihnachten

Zu den Festtagen lockert die Saar-Regierung die Corona-Regeln. Danach drohen allerdings Geschäfts-Schließungen bis 10. Januar.

Erst Lockerungen der Kontaktverbote, dann ein weitgehendes Herunterfahren des öffentlichen Lebens: Mit diesem Konzept steuert die saarländische Landesregierung in der Corona-Pandemie auf das Jahresende zu. Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) macht sich damit Forderungen der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina zu eigen. Deren Experten sprachen sich am Dienstag für einen harten Lockdown mit Geschäftsschließungen ab Weihnachten aus. Dieser soll bis zum 10. Januar andauern.

Beschlossen ist der harte Lockdown für das Saarland allerdings noch nicht. Hans sprach sich stattdessen für ein „einheitliches Vorgehen“ und „einen bundesweiten Lockdown“ nach Weihnachten aus, „wenn die Zahlen auch weiterhin nicht signifikant sinken“. Hans argumentierte: „Aus meiner Sicht ist ein kurzer, harter Lockdown effektiver, um das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen, und minimiert den wirtschaftlichen Schaden im Vergleich zu einem monatelangen Lockdown light.“ Weiter sagte er: „Wir sollten die Zeit zur Ruhe und zum Rückzug nutzen.“

Zuvor hatte die Saar-Regierung die Kontakt-Regeln für Weihnachten bekanntgegeben. Diese sind lockerer als in einigen anderen Bundesländern. So ist zwischen dem 23. und dem 27. Dezember erlaubt, dass sich Angehörige eines Haushaltes mit höchstens zehn weiteren Menschen aus drei weiteren Haushalten oder „dem familiären Bezugskreis“ treffen. Kinder bis 14 Jahre sind davon ausgenommen. Derzeit dürfen sich Angehörige eines Haushaltes mit maximal fünf Personen aus einem weiteren Haushalt oder dem „familiären Bezugskreis“ treffen. Zugleich beschloss das Saar-Kabinett erste Verschärfungen: So gilt am 24. Dezember sowie jeweils am Silvester- und Neujahrstag ein Verbot, auf belebten Plätzen und Straßen Alkohol zu trinken. Die Kommunen können außerdem das Böllern an belebten Plätzen verbieten.

Die Experten der Leopoldina forderten außerdem, die Schulpflicht bereits ab dem 14. Dezember bis zu den Weihnachtsferien auszusetzen. Dieser Vorstoß stieß bei Saar-Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) auf Skepsis: „Kitas und Schulen sind extrem wichtig für Kinder und Jugendliche, gerade im Lockdown. Sie dürfen nicht als freie Verfügungsmasse im Kampf gegen das Virus gesehen werden, zumal gerade Kinder in der Pandemie auch nicht das Problem sind.“ Hans schlug derweil vor, den Schulstart nach den Ferien mit einer Projektwoche zu beginnen, an der die Teilnahme freiwillig ist. „Das wäre auch ein gutes Angebot für berufstätige Eltern.“