Solokonzerte und zwei Sinfonien Zweites Studiokonzert von DRP bewegt mit Musik vor Wiener Klassik

Saarbrücken · Das Zweite Studiokonzert der Deutschen Radio Philharmonie bot am Freitag ausschließlich Musik vor der Wiener Klassik. Es gab aufgeregtes Spiel, klangschöne Melodiebögen und kontrastreiche Fülle unter anderem mit Flötistin Tatjana Ruhland und Dirigent Václav Lucs.

Im Zweiten Studiokonzert der Deutschen Radio Philharmonie am Freitag kam das Orchester in kleiner Besetzung auf die Bühne des Sendesaals auf dem Halberg. Denn ausschließlich Musik vor der Wiener Klassik (Beethoven) stand auf dem Programm. Dafür war der tschechische Dirigent Václav Luks, Spezialist für „alte Musik“ verpflichtet worden. Der animierte das Orchester, das von den Streichern dominiert wurde, durch seine aktive Körpersprache zu dynamischem, fast aufgeregtem Spiel, was mitunter etwas angestrengt wirkte.

Mit der Soloflötistin des SWR-Sinfonieorchesters, Tatjana Ruhland, fanden zwei Flötenkonzerte des Bach-Sohnes Carl Philipp Emanuel eine überzeugende Interpretation. Empfindsam sind sie, diese Konzerte in D-Dur und d-moll, aber auch empfindlich: Im Zusammenspiel, das vorbildlich gelang und in der Intonation der Violinen, die durch etliche Unschärfen etwas getrübt wurde. Flötistin Ruhland glänzte mit klarem, rundem Ton, der charakterisiert wurde durch fein dosiertes Anblasgeräusch, mit virtuoser Geläufigkeit und klangschönen Melodiebögen. Die Spieler des Basso continuo waren ihr zuverlässige Stütze und das korrespondierende Orchester gab den Tuttis kontrastreiche Fülle und Akzente. Dem reichen Beifall folgte eine populäre Zugabe: Überraschend nahm der Dirigent am Cembalo Platz, um das „Siciliano“ aus der Flötensonate Es-Dur, vermutlich von Vater Bach, zu begleiten.

Eingerahmt wurden die Solokonzerte von zwei Sinfonien: Leopold Antonín Koželuh hat seiner g-moll-Sinfonie einen ernsten, dramatischen und aggressiven Charakter gegeben. Das Orchester gestaltete mit viel Schwung und Genauigkeit und folgte so der kraftvollen Inspiration durch den Dirigenten. Ähnlich auch die finale Haydn-Sinfonie Nr.85 „La reine“, nach der Königin Marie-Antoinette benannt. Dieses sinfonische Kabinettstück, für Paris geschrieben, wurde lebhaft-lebendig und kontrastreich dargeboten. Unter so engagierter Leitung konnte sich das Orchester auch in diesem Musikstil durchaus hören lassen.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort