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Zehn Autoren um neuen Literaturpreis der Großregion im Rennen, „Frontières“ wird am 19. Juni in Metz verliehen

Preis „Grenzen“ wird in Metz vergeben : Neuer Literaturpreis wird im Juni verliehen

Die neue literarische Auszeichnung „Grenzen“ wird im Juni in Metz vergeben, nominiert sind zehn Autoren und Autorinnen. In der Jury sitzen auch drei Literaturexpertinnen aus dem Saarland.

Zehn Autoren haben eine Chance auf einen neuen Literaturpreis in der Großregion, der in diesem Juni zum ersten Mal vergeben wird. Die Auszeichnung „Frontières“ soll an den besten Roman gehen, der im Jahr 2020 zum Thema Grenzen verfasst wurde, und den grenzüberschreitenden Charakter von Geografie, Literatur und interkultureller Kommunikation zum Ausdruck bringt.

Nominiert sind die zehn frankophonen Autoren mit ihren Werken: Andrés Barba „Une république lumineuse“, Béatrice Commengé „Alger, rue des Bananiers“, Mia Couto „Les sables de l‘empereur“, Christine de Mazières „La route des Balkans“, Claire Duivier „Un long voyage“, Thomas Flahaut „Les nuits d’été“, Gauz „Black Manoo“, Guillaume Poix „Là d’où je viens a disparu“, Emmanuel Ruben „Sabre“ und Laurence Tellier-Loniewski „Vingt et un Jours“.

Initiator des mit 2000 Euro dotierten Literaturpreises ist die Université de Lorraine in Kooperation mit der Universität der Großregion, einer der akademischen Partner ist die Universität des Saarlandes. 

Gewidmet ist die Auszeichnung der kamerunischen Autorin Léonora Miano, die am Dienstag, als die Nominierten per Livestream verkündet wurden, auch einen Einblick in ihr engagiertes literarisches Schaffen gab und in ihren Umgang mit Grenzen, geographischer, politischer wie sozialer Art. „Die Grenze ist immer eine Kommunikation mit dem Anderen, wir können durch Grenzen unsere Abhängigkeit vom anderen und unsere unstete Porosität akzeptieren“, sagte die Autorin. Miano hat in Frankreich bereits mehrere bedeutende Literaturpreise gewonnen, darunter den Prix Goncourt des Lycéens und den Prix Fémina. Von ihr wurden unter anderem „Zeit des Schattens“ und die Essaysammlung „Eine Grenze bewohnen – Erinnerung dekolonisieren“ ins Deutsche übersetzt.

„Wir haben Léonora Miano als Botschafterin dieses Preises gewählt, weil sie ihr Werk so universellen Fragen wie der Identität, Afrikas Platz in der Welt, der Kolonisierung und den Grenzen widmet“, erklärte Frédérique Seidel, Generalsekretärin der Universität der Großregion. Pierre Mutzenhardt, Präsident der Université de Lorraine, bekräftigte: „In ihrem Essai ,Eine Grenze bewohnen‘ sagt Léonora Maino, dass sich die Völker begegnet sind, manchmal in Gewalt, Hass und Verachtung, aber dennoch Sinn geschaffen haben“. Die Überquerung zweier Grenzen könne auch eine positive und kreative Erfahrung sein, so Mutzenhardt, eine reiche Quelle für die universitäre Forschung.

Die Jury zählt 20 Mitglieder aus den vier Ländern der Großregion, darunter mit Literaturredakteurin Tilla Fuchs (SR2 Kulturradio), Nicole Fischer, Koordinatorin der Studiengänge „Deutsch-Französische Studien: Grenzüberschreitende Kommunikation und Kooperation“, und Anna Theresa Wolferstetter, Tutorin des Trinationalen Masterstudiengangs, (beide von der Universität des Saarlandes), auch drei deutsche Literaturexpertinnen. Bekanntestes französisches Jurymitglied ist der Ehrenpräsident, der Autor Michel Bussi aus der Normandie, die Bücher des Politologen und Experten für Wahlgeographie haben sich zehn Millionen Mal verkauft. Auf Deutsch übersetzt ist unter anderem sein Kriminalroman „Das Mädchen mit den blauen Augen“ aus dem Jahr 2012. Die Jury steht unter dem Vorsitz von Carole Bisenius-Penin, Dozentin an der Université de Lorraine.

Die Idee für den Preis „Frontières“ entstand in den lothringischen Forschungseinrichtungen CREM und LOTERR, die sich mit kultureller Vermittlung und kultureller Geografie befassen. Bei der Umsetzung dieser neuen universitären Initiative stehen das Maison des Sciences de l’Homme MSH Lorraine und das Center for Border Studies der Universität der Großregion zur Seite.

Der Gewinner oder die Gewinnerin des Preises werden am 19. Juni auf dem Literatur-Festival Le Livre in Metz bekannt gegeben.