Musikfestspiele Saar In der Kürze liegt jetzt die Festspiel-Würze

Ein Konzert des BBC-Orchesters und ein Abend mit Ulrich Noethen sind Höhepunkte der Saar-Musikfestivals 2020.

 Schauspieler Ulrich Noethen kommt im Mai zu den Musikfestspielen nach Saarbrücken.

Schauspieler Ulrich Noethen kommt im Mai zu den Musikfestspielen nach Saarbrücken.

Foto: picture alliance / dpa/Gregor Fischer

Saarbrücken Diesen Freitag wird das Programm der Musikfestspiele Saar offiziell vorgestellt. Die Konturen des Festivals, das vom 9. Mai bis zum 5. Juni laufen wird, sind aber schon klar. Rund 15 Termine hat das Programm mit dem Titel „unerhört“. Somit nochmals weniger, als das ohnehin schon reduzierte Festival im Vorjahr mit immerhin noch über 20 Konzerten und Veranstaltungen bot.

Diese merkliche Schrumpfung im Vergleich zu den früheren, von Gründer Robert Leonardy verantworteten Festspielen, war einerseits unvermeidlich. Schließlich wurde ein Hauptteil der Landeszuschüsse gestrichen, auch um das neue Festival „Resonanzen 2020“ zu etablieren, das ebenfalls dieses Jahr im Oktober ansteht. Andererseits wollte die nächste Musikfestspiel-Generation bewusst überschaubarer und profilierter Programm machen. Das Festival alter Façon litt zuletzt nicht nur an der über Monate gestreckten Laufzeit, sondern auch darunter, dass sich unter den Ländermotti quasi alles subsumieren ließ. Dazu wollte das Festival-Leitungstrio – Bernhard Leonardy, Eva Karolina Behr und Karin M. Piening – auch ein jährliches Festival, um „sichtbarer“ zu sein. Weg also vom einstigen Zweijahresturnus.

Aus dem Trio wurde nun aber offenbar ein Duo. Im Programmblatt laden jedenfalls nur noch Leonardy junior und Eva Karolina Behr namentlich zu den Konzertbesuchen ein. Im Themenfokus: Ob sich Natur und Industrie versöhnen lassen? Für das einstige Land der Schlote und Fördergerüste sicher eine Frage mit Brisanz. Man darf gespannt sein, welche Antworten sich in der Musik finden lassen.

Auffällig zudem: Ein Akzent liegt klar auf der jüngeren Generation – bei den Musikern und Künstlern, aber auch bei dem Publikum, das man (zusätzlich) erreichen will. Wie schon bei der vorigen Ausgabe wird es, am 5. Juni, am Weltumwelttag, deshalb ein Fridays-for-Future-Konzert geben mit der Deutschen Radio Philharmonie unter Joseph Bastian und einem Beethoven-Programm, passend natürlich zum Jubeljahr des Groß-Komponisten.

Dazu haben Studierende der Saarbrücker Musikhochschule Gelegenheit sich im Festival zu präsentieren, und man hat den „Tag der Schulmusik“ (14. Mai) integriert und mit einem eigenen Kompositionswettbewerb aufgewertet. Mit einem eigenen Festivalchor und Orchester macht man sich an Haydns „Schöpfung“; grüner geht’s in der Klassik kaum.

Große Orchester und klangvolle Namen, Markenzeichen der Festspiele von Leonardy senior, aber sind rar geworden. Dafür stehen jetzt noch das BBC-Philharmonic-Orchestra, das nach St. Ingbert kommt, und die Uraufführung eines Monodrams mit dem herausragenden Schauspieler Ulrich Noethen. Ganz neue Zeiten also.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort