Saarland-Programm mit Konzert, Diskussionen und AfD-Doku Was bieten die Dokumentarfilmtage „LetsDok“?

Saarbrücken · Die bundesweite Kinoreihe „LetsDok“ will für den Dokumentarfilm werben. Im Saarland gibt es ein spezielles Programm mit Filmen aus und über die Region, dazu Diskussionen, ein Konzert – und eine Doku über die AfD.

 „Rocco und seine Brüder“, der Film von Philipp Majer und Lukas Ratius über das gleichnamige Berliner Kunstkolletiv, eröffnet „LetsDok Saarland“ am Sonntag, 10. September, am Saarbrücker Osthafen.

„Rocco und seine Brüder“, der Film von Philipp Majer und Lukas Ratius über das gleichnamige Berliner Kunstkolletiv, eröffnet „LetsDok Saarland“ am Sonntag, 10. September, am Saarbrücker Osthafen.

Foto: SR/Bunkhouse Film

Dokumentarfilme sind, kommerziell gesehen, zarte Pflänzchen: Im Kino sind sie vor allem in Spezialistenkinos zu sehen; und wenn sie denn mal im Fernsehen laufen, dann spät – manchmal auch gekürzt, um ins Programmschema zu passen. Die bundesweiten Dokumentarfilmtage „LetsDok“ werben im mittlerweile vierten Jahr für dieses wichtige Genre; in diesem Jahr mit über 350 Filmvorführungen, Veranstaltungen und Diskussionen – zwischen dem 10. und dem 17. September.

Spezielles Saarland-Programm

Für unsere Region haben das Saarländische Filmbüro und die Saarland Medien eine Veranstaltungsreihe zusammengestellt. Verantwortlich fürs Programm sind saarländische Dokumentarfilmerinnen und -filmer: Nora Mazurek („Sommer im Garten“), Lydia Kaminski („Europe 1 – Die letzte Zukunft“) und Camilo Berstecher Barrero („Die Kundin“). Am Samstag, 10. September, beginnt „LetsDok Saarland“ um 20 Uhr im Sektor Heimat am Saarbrücker Osthafen mit zwei Dokumentarfilmen, an denen der SR beteiligt ist: In „Kriegsmädchen“ von der Saarbrücker Produktionsfirma „Fugee Films“ erzählen sechs Frauen und Mädchen aus drei Generationen, die als Kind den Krieg erleben mussten, aus ihrem Leben. In „Rocco und seine Brüder“ begleiten die Saarbrücker Filmemacher Philipp Majer und Lukas Ratius das gleichnamige Berliner Kunstkollektiv. Nach den Vorstellungen gibt es Diskussionen mit den Filmemacherinnen und Filmemachern, der Eintritt ist frei. Wer schon mal in die Filme hineinschauen will – beide sind in der ARD-Mediathek zu finden.

Viele Filmgespräche

Ab Montag, 11. September, zeigt der Saarbrücker Cinestar in der gesamten Woche die erfolgreiche Kino-Doku „Der Schneeleopard“. Am Dienstag gibt es ein Filmgespräch in der Camera Zwo in Saarbrücken: Regisseur Felix Meyer-Christian zeigt „Indepencence“, einen biografischen Blick auf die afrodeutsche Schauspielerein Helen Wendt. Im Thalia in Bous läuft am Mittwoch das Extremsportler-Porträt „Jonas Deichmann – Das Limit bin nur ich“, Regisseur Markus Weinberg ist dabei. Am Donnerstag lädt das St. Ingberter Bundesfestival Junger Film zu sich ins Büro und zeigt vier Doku-Kurzfilme.

Zwei Filme in der HBK

Die Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBK) ist mit zwei Filmen vertreten: In „Was träumscht" porträtiert Pina Beres den Schauspieler Jan Hutter bei den Proben am Saarländischen Staatstheater zum Stück „Gabriel“. Vor dem 70-minütigen Film ist die Kurz-Doku „Mohammed Reza Khandani“ von Thomas di Bernardo zu sehen – der Iraner erzählt von seiner großen Leidenschaft zur Kunst und berichtet über Vergangenheit und Gegenwart in seinem Heimatland. Der Eintritt zu dem Filmprogramm in der HBK am 16. September ist frei.

Unglück im Hambacher Forst

Das Kino Achteinhalb in Saarbrücken bietet am 15. September einen Film plus Konzert: Zur Einstimmung auf die Doku „Unsere Herzen ein Klang“ singt ein gemischtes Ensemble mit Mitgliedern von Studierenden der Hochschule für Musik Saar (HfM) Chormusik. Einen Tag später zeigt das Achteinhalb „Vergiss Meyn nicht“: ein Film über die Besetzung und Räumung des Hambacher Forsts – und auch den Tod des Filmstudenten Steffen Meyn, der im Wald verunglückte. Regisseur Kilian Kuhlendahl ist zur Diskussion dabei.

Stahl-Industrie in der Region

Drei Filme beschäftigen sich am 16. September im Rechtsschutzsaal Bildstock mit der regionalen Stahl-Industrie: „Wenn Eisen kalt wird“, „Mémoire de fer“ und „Stol“ aus Luxemburg. Am selben Tag läuft in der Hermann Neuberger Sportschule Saarbrücken die Doku „Pushing Boundaries“ über die Paralympischen Spiele in Sotschi 2014 – und über die Sportlerinnen und Sportler aus der Ukraine, wo gerade Russland die Halbinsel Krim annektiert hatte.

Doku über die AfD

Auch die Lichtspiele Wadern sind dabei – dort laufen, jeweils mit Filmgespräch, „Abenteuerland“ (16. September), die AfD-Doku „Eine deutsche Partei“ und „Ernte teilen – Anders Ackern“ für die Zukunft (beide am 17. September).

Informationen unter
https://letsdok.de/programm