Auftritt in Eppelborn steht an Was Schlager-Star Heino am Saarland besonders schätzt

Interview | Eppelborn · Tournee-Müdigkeit kennt Heino auch mit 84 Jahren nicht. Am 2. März 2024 kommt der Unverwüstliche wieder ins Saarland: nach Eppelborn. Wie er sich fit hält – und ob es bald wieder seine legendäre Torte zu kaufen gibt, verrät er im Interview mit der Saarbrücker Zeitung.

Nach wie vor kein bisschen leise: Heino vor wenigen Tagen beim Oktoberfest in Frankfurt. Im März kommt er nach Eppelborn.

Nach wie vor kein bisschen leise: Heino vor wenigen Tagen beim Oktoberfest in Frankfurt. Im März kommt er nach Eppelborn.

Foto: IMAGO/Hartenfelser/IMAGO/Peter Hartenfelser

Schon seit Beginn der 1960er Jahre ist Heino als Sänger aktiv. Inzwischen hat der gebürtige Düsseldorfer über 50 Millionen Tonträger verkauft und gilt als Schlager-Ikone. Daran, sich zur Ruhe zu setzen, denkt der 84-Jährige noch lange nicht. Im nächsten Jahr kommt er auf seiner neuen Tour am 2. März in den Big Eppel nach Eppelborn.

Kürzlich ist Ihr neues Album „Lieder meiner Heimat“ erschienen. Darauf covern sie Party- und Ballermann-Hits. Wie ist diese Idee entstanden?

HEINO Diese Idee hatte mein junger Manager und Produzent Helmut Werner. Er meinte, dies seien die neuen Volkslieder beziehungsweise auch die Ballermann-Lieder einer neuen Generation. Lieder junger Leute, die auch Spaß haben und singen wollen.

Wie waren die Rückmeldungen der Original-Interpreten?

HEINO Die Resonanzen waren durchaus positiv: Mickie Krause fühlte sich geehrt. Auch DJ Robin war der Meinung, dass Heino dies sensationell umgesetzt habe. Und auch Julian Sommer hat sich darüber gefreut.

Vor ein paar Jahren haben Sie schon ein „Rock-Album“ aufgenommen, mit dem wohl keiner gerechnet hatte. Sie scheinen immer kreativ zu sein und neue Ideen zu entwickeln. Gibt es schon Pläne für die nächsten Jahre…?

HEINO Wir haben bereits einige neue Ideen. Viele Songs wurden auch schon arrangiert. Aber darüber darf ich noch nicht sprechen.

Auch den „harten“ Rocker hat Heino schon gegeben – und mit seinem „Rock-Album“ viele überrascht.

Auch den „harten“ Rocker hat Heino schon gegeben – und mit seinem „Rock-Album“ viele überrascht.

Foto: dpa/Horst Ossinger

Eigentlich waren Sie ja schon vor einigen Jahren auf Abschiedstournee. Aber jetzt geht es wieder richtig rund. Und ans Aufhören denken Sie nicht mehr, oder?

HEINO Nein, im vergangenen Jahr haben wir eine erfolgreiche Kirchentournee veranstaltet. Dort waren stets zwischen 800 und 900 Besucher vor Ort. Dabei denkt man ja eigentlich, eine Kirche wäre nicht sehr geräumig. Und das zu einer Zeit, in der andere die Konzerte abgesagt hatten…Natürlich habe ich dann ein anderes Repertoire gesungen: Lieder von Schubert oder Brahms und Mozart. Trotzdem waren viele junge Leute anwesend.

Sie haben ein sehr umfangreiches Repertoire…

HEINO Ja, ungefähr 1300 eingesungene Titel…

Am 2. März 2024 gastieren Sie im Big Eppel in Eppelborn. Dann werden Sie dort gemeinsam mit Peter Orloff auftreten – also wieder ein anderes Programm?

HEINO Ja, Peter Orloff ist ein guter Freund von mir. Und ich freue mich darauf, ihn dort wieder zu sehen. Denn wir hatten uns lange aus den Augen verloren. Er ist ein hervorragender Komponist, ein exzellenter Texter – und einer meiner liebsten Kollegen. Das Repertoire besteht an diesem Abend aus meinen großen Hits, aber auch aus neuen Songs. Kurzum: Alles, was ich so in den vergangenen 65 Jahren meines Lebens gesungen habe. Ein Konzert für Jung und Alt, bei dem es auch Sitzplätze geben wird. Diese sind allerdings begrenzt. Daher sollten die Fans möglichst bald zugreifen.

Sie sind schon sehr oft im Saarland aufgetreten. Was fällt Ihnen spontan dazu ein?

HEINO Saarbrücken ist eine wunderschöne Stadt. Die Konzerte haben mit hier immer viel Freude bereitet. Auch das Essen hier ist sehr gut. Ich mag die Saarländer.

 Ins Saarland kommt Heino immer wieder gern. Hier trägt er sich ins Goldene Buch der Stadt Neunkirchen ein – mit Oberbürgermeister Jörg Aumann (Mitte) und Orgel-Entertainer Franz Lambert (l., Archivbild).

Ins Saarland kommt Heino immer wieder gern. Hier trägt er sich ins Goldene Buch der Stadt Neunkirchen ein – mit Oberbürgermeister Jörg Aumann (Mitte) und Orgel-Entertainer Franz Lambert (l., Archivbild).

Foto: Merkel Carolin/Carolin Merkel

Auch in der Saarlandhalle waren Sie früher oft bei TV-Shows zu Gast…

HEINO Ja, an die Gänge und die Garderobe kann ich mich noch gut erinnern – ebenso wie an den Hallenchef. Das war ein sehr netter Zeitgenosse. Er hat mich mal eingeladen. Eine Seele von Mensch.

Sie sind viel unterwegs. Gibt es nicht Momente, in denen es Ihnen zu viel wird, auch wenn Sie noch topfit sind?

HEINO Nein, es macht mir einfach viel Spaß. Ich glaube, wenn ich nur noch daheim sitzen würde, würde ich meine Frau nur noch nerven. Und wenn ich mit jungen Leuten unterwegs bin, hält mich das auch jung. Ich möchte Menschen Freude bereiten. Das ist meine Botschaft. Und ich hoffe, dass ich dies noch lange tun kann.

Wie entspannen Sie nach einem stressigen Tag?

HEINO Eine Firma hat ein neues Kühl-Gerät für die Hände entwickelt. Das ist eine Art „Kältekammer“, also normalerweise sehr teuer und aufwendig. Hannelore und ich sind dort Probanden. Denn Hannelore leidet an Arthrose. Also haben wir uns schlau gemacht und herausgefunden, dass Kälte bei Gefäßerkrankungen hilft. Wir haben uns daraufhin also mit unseren bürgerlichen Namen angemeldet. Der Chef hat uns jedoch erkannt und wollte wissen, warum wir uns angemeldet haben. Daraufhin habe ich erklärt, dass Hannelore Schmerzen hat – und wir durften dieses Gerät testen. Na ja, und dann gab es einen Werbevertrag (lacht). Dieses Gerät ist eigentlich zur Regeneration im Sportbereich entwickelt worden. Einige Sportler im Profibereich verwenden diese „Kältekammer“ bereits. Inzwischen haben wir auch in dieses Unternehmen investiert. Ich nutze dieses Gerät zur Vorbeugung, wenn ich mal müde bin. Aber das kommt selten vor. Durch die Kälte erweitern sich die Gefäße. Und danach fühle ich mich gut. Hannelore hatte große Schmerzen in den Armen, die durch diese Anwendung verschwunden sind.

Sie sind ja gelernter Bäcker und Konditor und hatten mal ein eigenes Café in der Eifel. Gibt es das noch?

HEINO Nein, das Café habe ich aufgegeben. Das Kurhaus wurde verkauft. Aber die Eifel ist noch mein Zweitwohnsitz. Aber seit drei Jahren lebe ich in Kitzbühel. Gelegentlich fahren wir nach Bad Münster in der Eifel. Und das ist ja auch schön.

Und was ist aus ihrer legendären Torte geworden? Gibt es die noch zu kaufen?

HEINO Na ja, wir sind gerade damit beschäftigt, Neues und Altes wieder aufleben zu lassen. Wir legen großen Wert auf Qualität. Daher müssten es Dinge sein, die haltbar aber trotzdem qualitativ hochwertig sind. Wir spielen gerade mit dem Gedanken, wieder eine Haselnusstorte zu verkaufen, aber vielleicht wird es auch ein anderer Kuchen…

Die Festtage stehen schon bald wieder vor der Tür. Pflegen Sie und Ihre Ehefrau irgendein bestimmtes Weihnachtsritual?

HEINO Ich fahre mit meiner Ehefrau seit Jahren gerne in die Steiermark zu meinem jungen Manager (schmunzelt). Dieser bereitet dort stets eine riesige Weihnachtsgans zu. Inzwischen ist er auch Vater geworden. Und so feiern wir alle gemeinsam zum ersten Mal mit einem kleinen Jungen. Ich freue mich immer auf Weihnachten. Eine Tradition ist unter anderem, das Friedenslicht. Und natürlich hören wir Weihnachtslieder.

Das Gespräch führte Marko Völke.