Völklinger Weltkulturerbe schreibt Leitungsposten aus

Weltkulturerbe Völklinger Hütte : Wer will Generaldirektor werden?

Völklinger Welterbe schreibt Chefposten aus – erst zwei Monate nach Grewenigs Ausscheiden.

Gute zwei Monate ließ sich Saar-Kulturminister Ulrich Commerçon (SPD), zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des Weltkulturerbes Völklinger Hütte, Zeit, bis er die fraglos wichtigste Stelle des Welterbes und sicher auch einen der attraktivsten Posten des Saarlandes ausschreibt. Ende Juni endete bereits Meinrad Maria Grewenigs Ägide in der Hütte. In Sachen Nachfolge hörte man aber erstmal: nichts. Und die Kritik mehrte sich, dass man dem Kulturort hierzulande mit der größten, auch internationalen Aus­strahlung nicht die nötige ministerielle Aufmerksamkeit widme.

Nun aber ist die Ausschreibung da. Unter anderem wird sie in der „FAZ“ erscheinen. Gesucht wird „eine Persönlichkeit“, die sich „die Weiterentwicklung dieses industriekulturellen Highlights“ und „seines touristischen Potenzials zur Aufgabe macht“. Dazu zähle auch ein zentraler Part bei der Umsetzung einer „Strategie des Umgangs mit dem industriellen Erbe der Region“. Wohl eine Konsequenz aus dem, was man bei Grewenig oft anmahnte, der die Hütte wie einen Solitär sah und bisweilen auch als Einzelkämpfer agierte. Kritik gab’s freilich auch daran, dass der jetzige Generaldirektor a.D. sich nur wenig um das eigentliche Technikdenkmal gekümmert habe, dessen Historie in Verbindung mit den Röchlings und den Zwangsarbeitern, die dort schuften mussten, erst spät aufarbeiten ließ. So findet sich in den Erwartungen an den Neuen auch explizit die Forderung, dass Technikdenkmal weiterzuentwickeln. Aber auch Nachfolgerin oder Nachfolger sollen das Welterbe „einem breitem Publikum nahe bringen“, also massentauglich arbeiten. Der Vertrag ist zunächst auf fünf Jahre befristet. Die Aufgabe werde „angemessen vergütet“. Bis 7. Oktober kann man sich nun „m/w/d“ bewerben – direkt bei Minister Commerçon.

Mehr von Saarbrücker Zeitung