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Theater Überzwerg feiert mit Premiere des Stücks „Zwei Monster“ die Rückkehr in den Theaterbetrieb

Endlich wieder vor Publikum : Theater Überzwerg kehrt vergnüglich aus Corona-Pause zurück

Endlich wieder Theater: Am Donnerstagnachmittag wurde im Theater Überzwerg die Premiere des Stücks „Zwei Monster“ und vor allem die Rückkehr in den Theaterbetrieb gefeiert. Die Erleichterung darüber, wieder vor Publikum spielen zu können, dass es weitergeht, merkte man allen Beteiligten an: So war – nachdem die Überzwerge viel Arbeit und Schweiß im Vorfeld in die Organisation einer Freiluftbespielung des Theaterinnenhofs gesteckt hatten – die Freude am Ende groß.

Trotz herrlichstem Wetter sind nicht alle 70 Sitzplätze am Kästnerplatz besetzt und die von Mitarbeitern zu ihren Plätzen geleiteten Zuschauer halten den erwünschten Abstand zueinander. Das gilt auch für das Geschehen auf der Bühne: Mit „Zwei Monster“ hat man sich für ein Stück entschieden, das die Akteure alleine schon durch seinen Plot auf Abstand hält.

Im von Gertrud Pigor dem Bilderbuchklassiker von David McKee nachempfundenen Stück, geht es hoch her: Zwei Kerle – einer blau, der andere rot – leben durch einen hohen Berg getrennt voneinander; beide „echt stark und unglaublich gefährlich“. Zunächst leben die zwei sich in ihren Angebereien gegenseitig überbietenden Prahlhanse friedlich nebeneinander her. Ob tolldreiste Angaben, wie „Ich kann Karate im Kopfstand!“ oder „Ich mache Flickflack-Salto – vorwärts-rückwärts gleichzeitig!“, auf Tatsachen beruhen, können sie nicht überprüfen, denn der „Monsterberg“ verwehrt ihnen den Blickkontakt. Aber: Durch ein Loch im Berg können sich die beiden unterhalten: „Blau an rot, bitte melden!“ Doch irgendwann passiert, was wir alle kennen: „Ich hab recht!“ „Nein, ich!“ Der unausweichliche Streit darüber, ob der Tag nun geht oder die Nacht kommt, geizt nicht mit immer kreativer werdenden, (aber kindgerechten) gegenseitigen Beschimpfungen und gipfelt im Niederriss des Bergs. Ein begeisternder, actionreicher Spaß für das Publikum ab vier!

Dass Regisseur Bob Ziegenbalg und seine Schauspieler nur drei Wochen zur Einübung hatten, merkt man der Inszenierung nicht an. Zu kurzweilig ist die ganze Chose inszeniert: Nicolas Bertholet und Gerrit Bernstein spielen mit vollem Körpereinsatz, sei es bei angeberischen Verrenkungen oder wenn sie sich mit aufblasbaren Wasserspielzeugen bewerfen. Die Lieder von Christoph Mudrich bringen zusätzlichen Schwung auf die Bühne. Zu lustigen Texten zeigt gerade Sabine Merziger als das Streitobjekt Sonne ihre Entertainer-Qualitäten.

„Zwei Monster“ passt, obwohl 1986 entstanden, sehr schön zum omnipräsenten Abstand. Vergnügliche 50 Minuten und eine willkommene Wiederaufnahme des Spielbetriebs!

Noch insgesamt 13 Termine, so an diesem Samstag, 17 Uhr, und Sonntag, 10 und 17 Uhr. Karten unter Tel. (06 81) 9 58 28 30.