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Tenacious D liefern in Luxemburg Rock-Klamauk

Konzertbericht : Zwischen Penissen und Pommesgabeln

Etwas irre, ziemlich komisch und absolut nicht jugendfrei: Tenacious D in der Rockhal in Esch.

Zwischen Hunderten Penissen und Pommesgabeln sorgte die US-Band Tenacious D am Samstagabend für gut eineinhalb Stunden Rock-Klamauk in der ausverkauften Rockhal. Die beiden Schauspieler und Musiker Kyle Gass und Jack Black, die sich selbst „the best band of the world“ nennen, retten als solche seit den 2000er Jahren immer wieder aufs Neue ihre Welt. Ihr bevorzugtes Mittel: der Metal.

Etwas irre, ziemlich komisch und absolut nicht jugendfrei sorgte im ersten Teil der Show auf einer Leinwand die von Black gezeichnete Comic-Serie „Post Apocalypto“, die 2018 als sechsteilige Web-Serie erschienen ist, für die Erheiterung des Publikums: wie von dem Rock-Duo gewohnt mit viel derbem Humor, großen Phalli und verrückten Kreaturen. Neben dem ständigen Ringen der Geschlechter und Den-Satan-aus-den-Socken-rocken wird es auch mal politisch, vor allem Trump-kritisch; einen tieferen Sinn sollte man in den Texten der Trash-Rocker aber nicht suchen.

Die Story selbst ist, wie die ganze Show, so absurd und überzogen, dass sie schon wieder lustig ist. So kommen neben kreischenden E-Gitarren und hämmernden Drums auch mal ein kleines buntes Saxofon oder ganz schlicht die Blockflöte zum Einsatz. Im zweiten Teil rockten die zwei bäuchigen Anti-Stars Gass und Black unter vollem Körpereinsatz hart ein Greatest-Hits herunter, darunter natürlich „Tribute“ – Black im Traum als bester Song der Welt erschienen, leider hat er den Text vergessen – , „Wonderboy“ und als Zugabe das gefeierte „Fuck her gently“. Zur lautstarken Begeisterung des Publikums, hauptsächlich aus der ersten Generation Youtube-Nutzer, die noch wissen, dass bei einem Konzert das Handy nie das Feuerzeug ersetzen kann.