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Soiree der Deutschen Radio Philharmonie in Saarbrücken

Soiree der Deutschen Radio Philharmonie : Repin, die DRP und die „Finlandia“ in schwerem Öl

Der russische Violin-Virtuose Vadim Repin war Stargast bei der 1. SR-Soirée am Freitag mit der Deutschen Radio Philharmonie (DRP) und stand nicht zum ersten Mal auf dem Podium der fast ausverkauften Congresshalle. Der Komponist Alexander Glasunow hat sich den Entwicklungen in der Musik zu Beginn des 20. Jahrhunderts verweigert, er blieb der Romantik treu, auch in seinem Violinkonzert.

Reich hat er es instrumentiert und den Solopart mit allen erdenklichen  Violin-Kunststücken ausgestattet. Das macht es beliebt bei den Virtuosen. Repin glänzte mit technischer Brillanz, seine klangmächtige Stradivari überwand auch die intensive Orchesterbegleitung. Da er das Stück sicher schon zig-mal gespielt hat, blieb der Eindruck einer gewissen Routine nicht aus, gepaart mit gelegentlich individueller Intonation und der Eleganz seines Spiels, die er mit Handwerklichkeit kontrastierte. Besonders frisch wirkte das aber nicht.

DRP-Chefdirigent Pietari Inkinen steuerte das Orchester empathisch durch die vielen Rubati und Tempo-Rückungen, die es auch im „Zugabe“-Stück von Camille Saint-Saëns, „Introduktion und Rondo capriccioso“, zu meistern galt. Das für Sarasate geschriebene, populäre Stück gehört ins Repertoire jedes Virtuosen. Repin gestaltete schwungvoll und unterhaltsam, mit spritzigem spanischem Flair. Das Publikum dankte ihm mit reichem Beifall.

Eröffnet hatte Inkinen das Konzert mit seinem verehrten Landsmann Jean Sibelius: „Finlandia“, eine sinfonische Dichtung von 1899, die ob ihrer eingängigen Melodik heimliche Nationalhymne der Finnen ist. Selbstkritisch sagte Sibelius später: „Sie ist lediglich auf Einfällen aufgebaut. Reine Inspiration“. Inkinen gab dem Opus 26 wuchtige Kraft, malte diese „Inspiration“ in schwerem Öl, verzichtete auf mögliche Differenzierungen und trieb die gewaltige finale Steigerung zum abschließenden musikalischen Fanal, der Befreiung Finnlands vom zaristischen Joch.

Nach der Pause dann die Fünfte von Sibelius, die, nach dessen innerer Krise, optimistischere Züge zeigt als ihre Vorgängerin. Erst eine dritte Fassung hat der Komponist gelten lassen, und die ist, auch spieltechnisch, kompliziert genug. Inkinen gelang eine fein differenzierte, in den Tempi ausgewogene, fassbare Interpretation. Neben den flexiblen Streichern glänzten die Holzbläser mit klangschönen Soli, die Hörner markierten  makellosen Pathos und die Blechbläser trugen majestätisch zum üppigen Breitwand-Klang bei, unterstützt von den dynamischen Pauken. Eine ausgereifte Orchesterleistung, die perfekt in die Akustik der Congresshalle eingepasst war. Bravo.