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Schrittweise Öffnung der Museen im Saarland

Nach Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz : Museumsöffnungen im Saarland ja, aber nicht sofort

Gute Nachrichten! Mit einem freudigen Ausrufezeichen versieht die Stiftung Saarländischer Kulturbesitz über die jüngsten Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz, die eine schrittweise Öffnung der Museen vorsehen.

Demnach könnte es ab Montag im Saarland mit dem Museumsbetrieb wieder los gehen, auch die Stiftungs-Museen könnten öffnen, darunter die Moderne Galerie. Dort wartet seit November die als Ausstellungs-Highlight des Jahres konzipierte Ausstellung zur „Brücke“ („Welt. Bühne.Traum“) auf erste Besucher. Doch so schnell dreht sich das Museums-Rad dann doch nicht. „In Kürze“ werde man in den Stiftungs-Häusern die Tore öffnen, heißt es in der Stiftungs-Pressemitteilung ohne konkretes Datum. „Wir brauchen einen gewissen zeitlichen Vorlauf, um alles wieder hochzufahren“, so erklärt Andrea Jahn, Chefin der Stiftung Kulturbesitz, die vage Angabe. Der Sicherheitsdienst, der in Kurzarbeit geschickt wurde, müsse reaktiviert werden, sagt sie, auch seien neue Hygienekonzepte vonnöten. Es gebe andere Vorgaben, etwa eine Anmeldepflicht. Das neue Verfahren, das voraussichtlich in allen Museen greifen wird, sieht laut Jahn so aus: Besucher suchen sich über die Homepage an einem bestimmten Tag ein Zeitfenster aus, bekommen eine Bestätigung, und bringen den Ausdruck zum Ticketkauf ins Museum mit. Ein Schnelltest ist nicht erforderlich. Jahn geht davon aus, dass, wie bereits ab Sommer, maximal 50 Besucher gleichzeitig die „Brücke“-Ausstellung besuchen dürfen, mit Maske. Jahn nennt der Saarbrücker Zeitung das Wochenende der dritten Märzwoche als aktuell vorgesehenen Neustart-Termin für alle Häuser, frühest möglich: 19. März.

Kultusministerin Christine Streichert Clivot (SPD) sieht die saarländischen Museen für die Öffnungen „gut aufgestellt. Sie haben bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass sie auch unter Pandemiebedingungen einen sicheren Betrieb organisieren können“. Die Ministerin betont, die Kultusministerkonferenz, der sie angehört, habe sich im Vorfeld der Lockerungs-Beschlüsse für die Aufnahme der Museen in den neuen Stufenplan eingesetzt. Aus Sicht der Stiftungschefin hat Streichert-Clivot einen „tollen Job“ gemacht, sich „enorm ins Zeug gelegt“. Endlich werde der gesellschaftliche Stellenwert von Kultur anerkannt. Der Wermutstropfen bei all der Euphorie: Das Zeitfenster just für die „Brücke“-Ausstellung ist kurios eng. Nur etwa 14 Tage lang werden Besucher die Schau sehen können, die ursprünglich monatelang laufen sollte, von November bis März. Sie wurde wegen des Lockdowns bereits einmal vorsorglich verlängert, bis 5. April. Und dieses Enddatum scheint nun unvermeidlich. Denn die hochkarätigen Leihgaben anderer Museen brauchen Schonzeiten oder sind schon für Anschluss-Projekte vorgesehen. Trotzdem sagt Jahn: „Wir werden alles nur Denkliche tun, um die Schau länger zu zeigen“. Wie lange auch immer – die Museumschefin sagt jetzt schon „Schlange stehen“ voraus. Die Ersten drängten bereits auf Einlass. Kurz nach Bekanntgabe der Öffnungsperspektive hätten viele Menschen angerufen und sich erkundigt: Wann dürfen wir kommen?