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Saarland unterstützt die Kreativbranche mit 1,5 Millionen Euro

Finanzspritze für die Veranstalter und Kreative : Land hilft Eventbranche mit 1,5 Millionen Euro

Das Saarland sagt der lokalen Veranstaltungsbranche zusätzliche finanzielle Hilfen zu, damit deren Strukturen nicht wegbrechen und Kultur nach der Pandemie wieder stattfinden kann.

Seit Monaten hat die Event- und Veranstaltungsbrache auf ihre desolate Situation durch die Corona-Krise aufmerksam gemacht. Zuletzt immer lauter und immer verzweifelter. Auf Demos, in Talkshows, aber offensichtlich auch hinter den Kulissen in Gesprächen mit der Politik warnten nicht nur Kreative aller Sparten, sondern auch Veranstaltungsfirmen – vom Bühnenbau über die Caterer bis zur Tontechnik –  vor den verheerenden Folgen des de facto existierenden Berufsverbotes wie es seit dem ersten Lockdown im März für sehr viele  gilt. Für viele dieser Firmen tendieren die Einnahmen gegen null, ihre Existenz ist bedroht.

Das hat auch die Politik nun verstanden: Das saarländische Wirtschaftsministerium unterstützt die Veranstaltungswirtschaft im Saarland mit zusätzlichen rund 1,5 Millionen Euro. Das teilten  Staatssekretär Jürgen Barke und Vertreter des Saar-PopRates, in dem die Veranstaltungsbranche organisiert ist, am Freitag mit.

Man wolle das „grundlegende Netzwerk der Veranstaltungswirtschaft erhalten“, so Barke mit. Denn ohne funktionierende Infrakturstruktur wird es so schnell keine Veranstaltungen mehr geben können. „Die Kultur- und Veranstaltungswirtschaft wird als am stärksten betroffene Branche und für das Saarland und angesichts des Strukturwandels wesentlicher Wirtschaftssektor endlich anerkannt“, freut sich Peter Meyer, Vorsitzender des Pop-Rates. Wie viel in der Branche an der Saar erwirtschaftet wird, dazu gibt es bislang noch keine handfesten Daten. Dass der Sektor aber bedeutend ist, darüber sind sich Experten einig.

Mit dem Sonderprogramm sollen vor allem Arbeitsplätze und die spezifische Netzwerkstruktur der saarländischen Veranstaltungswirtschaft erhalten bleiben, heißt es in der Mitteilung des Wirtschaftsministeriums. Damit werde auch eine Lücke in den Bundesprogrammen geschlossen. Die finanzielle Unterstützung werde anhand von eindeutigen Branchenschlüsseln (NACE-Codes) unkompliziert möglich sein und könne über die Steuerberater beantragt werden, so die Ankündigung. „Wir haben uns entschieden, das Sonderprogramm Veranstaltungswirtschaft an die Überbrückungshilfe I anzudocken, da diese bereits abgeschlossen ist und fertige Datensätze der Antragsteller vorliegen. Damit kann bereits kurz nach Antragstellung Geld ausgezahlt werden“, erklärt der Wirtschaftsstaatssekretär. Damit niemand durchs Raster falle, der bisher keine Überbrückungshilfe beantragt hat, nun aber für Hilfen in Frage kommt, sollen Einzelfallprüfungen ausdrücklich möglich sein, versichert Barke. Ab Mitte Dezember können Anträge gestellt werden. Erstattet wird der veranstaltungswirtschaftsspezifische Aufwand zur Aufrechterhaltung des Unternehmens unter Corona-Betrieb und Corona-Schließungen.

„Wer Fixkosten hat, kann von der neuen Hilfe profitieren“, fasst es Julian Blomann, einer der Pop-Rat-Sprecher zusammen.  Das Programm ziele nicht in erster Linie auf Solo-Selbstständige ab, die oft keine belastenden Fixkosten für die Ausübung ihres Berufes hätten, sondern auf diejenigen, denen diese Kosten finanziell den Hals zu brechen drohen und die womöglich Mitarbeiter entlassen müssen. „Viele Veranstalter sind trotz der Überbrückungshilfe I auf rund 30 Prozent ihrer Kosten sitzengeblieben und mussten sie bisher aus dem Privatsäckel kompensieren“, erklärt Blomann. Das funktioniere aber bei den meisten nicht länger. Hier nun springt das Land ein, stellt die Liquidität wieder her und hält diese Firmen über Wasser.

  „Nicht zuletzt ist dieses Programm auch die Anerkennung der Unverzichtbarkeit unserer Branche für eine bunte Kulturszene“,  sagt Julian Blomann. Und Peter Meyer ergänzt: „Die Kultur- und Eventbrache ist für viele weitere Wirtschaftszweige im Saarland unverzichtbarer Motor. Gastronomie, Hotellerie, der Tourismus und viele mehr profitieren von der lebendigen und diversen Eventkultur.  Wir hoffen, dass diese ausgedrückte Wertschätzung durch die Landesregierung auch in der Zeit nach der Pandemie das Verhältnis zwischen Kultur,Eventkultur und Politik positiv beeinflusst.“