Saarland und Region feiern 200. Geburtstag von Saarbrücker Komponist Gouvy

Komponisten-Jubiläum : Die Region feiert Komponist Théodore Gouvy

Nein, gesegnet mit bedeutenden Komponisten ist die gesamte Region nicht. Klar, kommt einem der vor sieben Jahren verstorbene Theo Brandmüller in den Sinn, zwar ein gebürtiger Mainzer, doch er lehrte lange an der Saarbrücker Musikhochschule und komponierte hier.

Und sonst? Da muss man schon Jahrzehnte, Jahrhunderte zurückgehen, um zu Théodore Gouvy zu gelangen. Geboren wurde er am 3. Juli 1819 in Goffontaine, dem heutigen Schafbrücke. Der Sohn eines Eisenhütten-Besitzers stieg ohne Frage zum erfolgreichsten Komponist aus der Region auf. Zu Lebzeiten bekam er Beifall in Paris, Berlin und Leipzig (wo er 1898 auch gestorben ist). Der Nachruhm welkte aber rasch.

Zum Glück aber gibt es seit den 1990er Jahren eine kleine Gouvy-Renaissance. Was, paradox genug, mit der Wiederentdeckung seines Requiems begann. Der Motor aber für das wachsende Interesse an diesem romantischen Komponisten aus der Grenzregion ist und bleibt das Institut Gouvy in Hombourg-Haut mit seinem Gründungsdirektor Sylvain Teutsch. Doch auch hier im Saarland gibt es etliche Gouvyisten, wie etwa den Organisten Joachim Fontaine.

Mit einer Festwoche wird nun hier der 200. Geburtstag Gouvys gefeiert. SR2 Kulturradio widmet sich bereits vom 24. Juni an intensiv dem Komponisten. Die Reihe der Veranstaltungen beginnt am Sonntag, 30. Juni, 10 Uhr mit Orgel- und Vokalwerken in der Evangelischen Kirche in Saarlouis. Um 17 Uhr (30. Juni) werden dann in der Kirche St. Katharina in Wallerfangen Gouvy-Motetten zu hören sein. Am Mittwoch, 3. Juli, 20 Uhr, folgt in der Evangelischen Kirche Saarlouis eine Aufführung der „20 Sérénades“ für Klavier zu zwei Händen mit Studierenden der Saarbrücker Hochschule für Musik (HfM). Am 4. Juli, 18 Uhr, wird in Hombourg-Haut (im Hôtel de Ville) dann Gouvys Oratorium aufgeführt. Und am Samstag, 6. Juli, 20 Uhr, lockt im Saarbrücker Pingusson-Bau eine „Soirée Gouvy“ mit den Gesangsklassen der HfM.

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