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Saarbrücker Hefte: SPD kritisiert Vorgehen der Jamaika-Koalition

Finanzierungsvorschlag abgelehnt : SPD kritisiert Umgang von CDU, FDP und Grünen mit „Saarbrücker Heften“

Der Streit um die Kulturzeitschrift „Saarbrücker Hefte“ geht weiter. Nachdem der Kulturausschuss der Landeshauptstadt am Donnerstag einen Finanzierungsvorschlag abgelehnt hatte, gab es am gestrigen Freitag Kritik.

„Jamaika lässt die Saarbrücker Hefte am ausgestreckten Arm verhungern“, teilte Sascha Haas, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion mit. Die Koalition aus CDU, FDP und Grünen hatte die von SPD, der Linken und der Fraktion vorgeschlagene Förderung aus dem städtischen Haushalt abgelehnt und will stattdessen ein Rechtsgutachten vergeben, das prüfen soll, ob die Stadt die Publikation überhaupt fördern darf. „Es ist Unsinn, Geld auszugeben für ein Gutachten über etwas, das man viele Jahre unbeanstandet gemacht hat“, so Haas weiter. „Jamaika will die Zeitschrift einfach nicht fördern, möchte aber vermeiden, offen dazu zu stehen“, vermutet der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion. Besonders enttäuscht sei man von den Grünen, die 2006 noch mit der SPD für die Weiterförderung gekämpft hatten. Auch die Linken-Stadtratsfraktion protestierte „gegen diese offensichtliche Verzögerungstaktik“. Kulturdezernent Thomas Brück (Grüne) war am Freitag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Kulturzeitschrift wurde ab 1957 vom städtischen Kultur- und Schulamt herausgegeben, seit 1989 zeichnet sich der Verein „Saarbrücker Hefte“ verantwortlich. Dafür erhielt er eine Unterstützung der Stadt. Im Mai hatte Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) eine Unterstützung des Blattes für 2020 abgelehnt – es geht um 10 000 Euro pro Jahr für Druckkosten und Vertrieb des Magazins, deren Redaktion ehrenamtlich arbeitet.