„Ich werde keine Ruhe geben“ Candice Breitz fordert Saarländer zu Kunst-Protest-Aktion auf – das plant die Künstlerin

Saarbrücken · Bei einer Veranstaltung im Saarbrücker Filmhaus zur Breitz-Affäre hatte die Künstlerin die Bühne allein für sich. Wie gelang ihr der Schulterschluss mit dem Publikum?

Candice Breitz hielt nicht nur einen Vortrag im saarbrücker Künstlerhaus, sie trat auch als Performerin auf.

Candice Breitz hielt nicht nur einen Vortrag im saarbrücker Künstlerhaus, sie trat auch als Performerin auf.

Foto: Oliver Dietze

Ohne „Free Palestine“-Fahnen, aber auch ohne Störungen von Candice-Breitz-Gegnern lief sie ab, die Veranstaltung, die Hintergründe der Absage ihrer Ausstellung in der Saarbrücker Modernen Galerie offenlegen wollte - und dann doch sehr weit weg führte, an die Frontlinie der immer schriller geführten deutschen Grundsatz-Debatte um Antisemitismus und Meinungs- und Kunstfreiheit im Kulturbetrieb. Breitz ist aktiver Teil dieses Kulturkampfes. Doch in Saarbrücken blieben die fürsorglich engagierten Security-Kräfte im vollbesetzten Filmhaus arbeitslos, es dürften insgesamt rund 150 Zuhörer gekommen sein. Sicher, man kannte sie schon, die Haltung der jüdischen Künstlerin gegenüber den aus ihrer Sicht unfair und dilettantisch agierenden hiesigen Verantwortlichen, unter anderem durch Stellungnahmen in der Saarbrücker Zeitung. Zudem zeigten unzählige TV-Kulturmagazine Interviews mit Breitz, und ja, der Live-Eindruck bestätigte den Eindruck, dass die Künstlerin durch klare, clevere Argumentation und ein authentisches Auftreten für sich einzunehmen, ja zu beeindrucken weiß. Auch das Filmhaus-Auditorium signalisierte uneingeschränkte Sympathie.