1. Saarland
  2. Saar-Kultur

Regionalverbands-Chef Peter Gillo (SPD) hat keine Fusionspläne für Museen am Schlossplatz

Historisches Museum Saar : Keine Museums-Fusion am Schlossplatz

Regionalverbands-Chef Peter Gillo (SPD) will das Historische Museum Saar nicht in Stiftung überführen.

Es gibt sie seit 2017 bereits als Werbe-Einheit, „Die Museen am Saarbrücker Schlossplatz“. Aber organisatorisch liegen mehr als Pflastersteine zwischen den drei Häusern, die die maßgeblichen Sammlungen des Saarlandes zur regionalen Kulturgeschichte besitzen. Doch als Projekte vorantreibender Verbund sind sie keineswegs sichtbar. Denn sie werden von unterschiedlichen Institutionen verwaltet, ihr Programm wird von zwei unabhängig voneinander agierenden Direktoren bestimmt. Das Ergebnis, seit Jahrzehnten: Durchschlagskräftige, Häuser übergreifende  Themen-Projekte wurden  am Schlossplatz niemals verwirklicht. Es braucht dazu eine Fusion, sagt unter anderem der Museumsverband Saar. Auch jetzt regt der  bevorstehende Wechsel an der Spitze des Saarlandmuseums die Fantasie an: Wie könnten die aus der öffentlichen Wahrnehmung gerutschten historischen Stiftungs-Museen wieder mehr Besucher gewinnen? Dass mehr Strahlkraft und Vitalität möglich sind, macht der Direktor des Regionalverbands-Hauses Simon Matzerath vor. 2019 meldete das Historische Museum rund 38 000 Besucher, knapp weniger als das Flaggschiff der Stiftung Kulturbesitz, die Moderne Galerie. Deshalb lobt ihn sein Chef, Regionalverbands-Direktor Peter Gillo (SPD): „Matzerath hat das Museum stärker in der Öffentlichkeit verankert. Ich halte seine niedrigschwellige Museumsarbeit für top.“

  Deshalb entwickelt er keinerlei Motivation, das Hisorische Museum Saar in die Stiftung zu überführen, um ein „Historisches Landesmuseum“ aus einem Guss am Schlossplatz zu installieren. Eine Zusammenführung würde hochkomplizierte gesellschaftsrechtliche Veränderungen voraussetzen, meint er, das verschlänge immense Zeit- und Energiemengen: „Es wären zu viel Blut, Schweiß und Tränen.“  Für realistischer und wünschenswert hält der Regionalverbands-Chef  deshalb „konkrete Vereinbarungen zur Nutzung der Ressourcen“, also der Depotbestände und der Räume. „Damit kommen wir viel schneller viel weiter“, sagt er.

In den vergangenen vier Jahren ist nach Gillos Ansicht in beiden Institutionen, bei der Stiftung wie im Historischen Museum, die Bereitschaft zur Zusammenarbeit gewachsen und werde weiter wachsen, „weil die politische Ebene das so will“, sprich der Regionalverband (SPD) wie auch das SPD-geführte Kultusministerium. Gillo hält es deshalb für realistisch, dass auch ohne organisatorische Umwälzungen am Schlossplatz irgendwann ein chronologischer Rundgang alle vier Standorte verzahnt und eine kohärente Geschichte über das Saarland „vom Faustkeil bis in die 90er Jahre“ erzählt wird. Wenn der neue Stiftungs-Chef arbeitsvertraglich dazu verpflichtet würde – veilleicht. 

Derweil dringt Gillo, wie er sagt, bei Kultusministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) darauf, dass sich die gemeinsame Zweckverbands-Trägerschaft  von Land und Regionalverband für das Historische Museum endlich auch finanziell spiegelt. Denn den Löwenanteil zahlt aktuell der   Regionalverband, etwa 1,3 Millionen Euro. Nur 200 000 kommen vom Land. Konkret fordert Gillo eine schrittweise Aufstockung des Landesanteils auf 50 Prozent. Doch selbst dann will er das Historische Museum keinesfalls in die Stiftung überführen: „Das Haus ist  mit der DNA des  Regionalverbandes verwachsen.“  Dass letzterer seine finanzielle Unterstützung aufrecht erhalten und Geld an die Stiftung überweisen würde, in der er gar nichts zu sagen hätte – für Gillo „nicht vorstellbar“. Das bedeutet dann wohl final  das Aus für den kulturpolitischen Traum vom Museums-Eldorado am Schlossplatz.