Püttlingen: Aufräumen nach dem „besten Rocco ever“

Kostenpflichtiger Inhalt: Bilanz der Sauwasen 2019 : Aufräumen nach dem „besten Rocco ever“

Festivalleiter Thilo Ziegler freut sich über den reibungslosen Ablauf, gut aufgelegte Bands und Glück mit dem Wetter. Auch die Headliner Toten Hosen und The Offspring liefern ab. Beim Thema Müll bleibt aber noch Luft nach oben.

Wenigstens ein bisschen Rocco del Schlammo muss sein: Auch bei der 21. Auflage des „Rocco“ auf dem Sauwasen sorgte Regen zeitweise für Pfützen, Matsch und rutschige Parkplätze. Am Freitag, dem zweiten Festivaltag, war das. Doch während zeitgleich etwa durch Luxemburg ein Tornado fegte, war die Lage beim Rocco gerade im Vergleich zu den Vorjahren entspannt. Das fand auch Festivalchef Thilo Ziegler: „Wir hatten unfassbares Glück und sind fast trocken geblieben.“ Vor dem Festival hatte er betont, so gar keine Lust auf Regen zu haben.

Und doch gab es kritische Momente. Beim nachmittäglichen Regenguss stand der Gig von Dave Hause & The Mermaid vor dem Abbruch. „Wir hatten einen Festivalmeteorologen am Ohr und haben während des Auftritts mit den Künstlern kommuniziert, dass sie abbrechen sollten – doch dann kam sofort drauf die Entwarnung, weil das Unwetter gedreht hatte.“ Am Ponyhof fiel die Show von Skaver dem Regen zum Opfer. Ansonsten lief alles nach Plan. Die Situation auf den Parkplätzen beschrieb Ziegler als „komplett unproblematisch“, auch am Freitag habe man alle Fahrzeug herunterbekommen.

Obwohl pünktlich zu ihrem Auftritt der Himmel nochmals für eine Weile seine Schleusen öffnete, feierten an dem Abend die Toten Hosen als Headliner ihre Rocco-Premiere ausgelassen. „Was kümmert uns der Regen?“, fragte Sänger Campino. So mancher freute sich da dennoch über gratis ausgegebene Regencapes. Zwei Stunden Spektakel mit Konfettikanonen und Video­show, vollgepackt mit fast 30 Songs und zwei Zugaben. Für Stimmung sorgten jede Menge aktuelle Stücke wie „Über den Wolken“, „Wannsee“ oder „Laune der Natur“, aber auch zahlreiche Klassiker wie „Hier kommt Alex“, „Steh auf, wenn du am Boden bist“ oder „Alles aus Liebe“. Eine glückliche Festival-Auswahl. Tausende Rocco-Besucher vor der Bühne waren aus dem Häuschen, manche zündeten im Überschwang zu „Pushed again“ Bengalos, was den hinteren Reihen die Sicht auf die „Hosen“ völlig vernebelte.

„Wir wollten schon seit Jahren unbedingt hier spielen“, sagte Campino und versprach später, dass es keine 40 Jahre dauern werde, bis sie wieder zum Rocco kommen: „Lass uns 20 draus machen!“. Am Ende fand er den Sauwasen „so geil wie alle gesagt haben“. Das seien nicht nur Pressesprüche gewesen, bestätigte Festivalchef Thilo Ziegler, das hätten die Hosen auch ihm so zurückgemeldet. Auch wenn man nicht konkret über einen erneuten Auftritt gesprochen habe, scheint ein Auftritt deutlich vor 2039 möglich. In jedem Fall „hatten sie richtig Bock und haben das mit dem Publikum geteilt“, fand Ziegler.

Früher oder später als Headliner erwartet er den 19-jährigen Engländer Yungblud, der samstags ab 18.15 Uhr auf der Hauptbühne spielte. „Das war meine Hoffnung und das hat genauso funktioniert“, freute sich Ziegler. The Offspring als finalem Headliner attestierte er einen „perfekten Festivalabschluss: Sie haben ein Hitfeuerwerk mit Spaß runtergezimmert“.

Insgesamt freute er sich über einen reibungslosen Ablauf, keine Fehlermeldungen, eine tadellose Orga. Auch Zwischenfälle habe es „so wenig wie zuvor nie“ gegeben, dafür eine tolle Stimmung. Ziegler: „Mein objektiver und subjektiver Eindruck: Das war das beste Rocco ever. Wenn ich das vor vier Wochen schon gewusst hätte, wäre ich entspannter gewesen.“ Während die Abbauarbeiten wohl noch bis Freitag andauern, laufen für ihn schon die Arbeiten fürs Rocco 2020. Erste Bands seien bereits unter Vertrag, Namen müssten aber noch geheim bleiben. Kleinigkeiten wolle man noch besser machen, „in den Notizbüchern stehen sicher einige Dinge drin, wir werden das auswerten und zusammenstückeln“, beschreibt er. Doch grundlegend würden sich weder musikalische Ausrichtung, noch Austragungsort oder -zeitraum ändern.

Auch das Thema Müll dürfte dann wieder in den Blickpunkt rücken. Nachdem das Green Camping, bei dem sich die Besucher unter anderem zur Müllervermeidung verpflichteten, doppelt so hohe Anmeldezahlen verbucht hatte, habe es dort nach Festivalende „super ausgesehen“. Nicht so auf dem Hauptcampingplatz. Ziegler: „Dort war es wüst, aber nicht ganz so wüst wie in den Jahren zuvor.“ Wohl bis Mittwoch müssen die Müllsammler dort noch werkeln, ehe das Gelände ordentlich geräumt übergeben werden kann.

Der Vorverkauf für das Rocco 2020 ist am Sonntagmittag angelaufen, steigen wird es vom 6. bis 8. August. Die auf 2000 limitierten Wildcards kosten 78 Euro zuzüglich Gebühren. „Die erste Preisstufe wird wohl in ein paar Stunden ausverkauft sein“, schätzte Ziegler am frühen Nachmittag.

Trotz der Regengüsse am Festival-Freitag– die Stimmung blieb gut unter den Besuchern. Foto: Thomas Reinhardt

https://tickets.rocco-del-schlacko.de

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