„Predestination“ im Kino Achteinhalb

„Predestination“ im Kino Achteinhalb : Von Zeitreisen und der Macht des Schicksals

In der Reihe „Nachteinhalb“ läuft am Freitag die Filmperle „Predestination“ im Saarbrücker Kino Achteinhalb.

Sie haben ein gutes Händchen, die jungen Kuratorinnen und Kuratoren der Reihe „Nachtheinhalb“ – sie zeigen im Saarbrücker Kino Achteinhalb ungewöhnliche Filme, die schwerlich in eine Schublade passen. Am Freitag läuft ein Film, der nicht in die deutschen Kinos kam und als DVD mit einer himmelschreiend dämlichen Hülle verramscht wurde, die einen 08/15-Action-Film vermuten ließ. Dabei ist „Predestination“ eine Perle – ein wendungsreicher Film über Zeitreise und Schicksalhaftigkeit. Ethan Hawke spielt einen Regierungs-Agenten aus der Zukunft, der in die Vergangenheit reist, um Verbrechen zu verhindern, bevor sie verübt werden; die Aufträge erledigt er reibungslos, bis er an einen Bombenleger gerät, der ebenfalls durch die Zeit reist und ihm immer wieder entkommt.

So beginnt der Film, schlägt dann aber erzählerisch einen großen Haken: Der Agent, der in der Vergangenheit eine Geheim-Identität als Barmann besitzt, lernt am Tresen einen Mann kennen, der ihm seine schier unglaubliche Lebensgeschichte erzählt – um das sprichwörtliche Durchboxen im Waisenhaus dreht sie sich, um Geschlechter-Identität, um ein mysteriöses Raumfahrtprogramm und um eine menschliche Enttäuschung, die ein ganzes Leben aushebeln kann. Wunderliche und sehr berührende Szenen sind das, die langsam wieder zu der Haupthandlung zurückfinden und dort eine zentrale Rolle spielen werden. Wie die beiden Regisseure Michael und Peter Spierig das alles zu einem großen Drama über Schicksalhaftigkeit verbinden, ist ein Kunststück.

Freitag, 22 Uhr, Kino Achteinhalb.

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