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Ofenplattensammlung Kremer geht dem Saarland verloren

Keine Einigung mit der Sammler-Familie : Ofenplattensammlung Kremer geht dem Land verloren

Die kostbare historische Ofenplattensammlung Kremer aus Dillingen/Pachten wird nun doch nicht nicht in die Obhut des Landes übergehen. Die Verhandlungen sind endgültig gescheitert.

Dillingen/Saarbrücken. Die Familie, die über drei Generationen rund 500 kulturhistorisch wertvolle gusseiserne Kunst-Platten gesammelt hat und sie dem Saarland überlassen wollte (die SZ berichtete), hat sich anderweitig entschieden. Wie Matthias Kremer der SZ mitteilt, hat er kurzfristig eigene Räume als Depot erworben, um die Sammlung zusammenzuhalten, vor allem aber fachgerecht zu lagern.

Zuletzt liefen Gespräche mit dem Kultusministerium und dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte, um zumindest 100 der Kremer-Platten öffentlich zeigen zu können. Nun wird dies nicht mehr möglich sein. Kremer schließt eine Präsentation aus. Ihm ging es in den Verhandlungen mit dem Land, wie er sagt, vorrangig darum, die Platten, die in Außenbereichen von Einfamilienhäusern lagerten, vor weiteren Korrosionsschäden zu retten. 300 von ihnen seien akut gefährdet und teilweise auch schon stark beschädigt gewesen, darunter auch Platten aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg, so Kremer. Das jetzt käuflich erworbene Depot, dessen Standort der Sammler nicht nennen möchte, wurde bereits im März als Notlösung von ihm angemietet. Jetzt bestand laut Kremer nur ein „kleines Zeitfenster“ für eine Kaufentscheidung.

Als Haupt-Begründung für den Abbruch der Verhandlungen mit dem Land nennt der Sammler „Perspektivlosigkeit“. Die Familie habe eine langfristige gute Lösung gesucht, doch nach „dreieinhalb Jahren enttäuschender Gespräche“ seien die Erwartungen „zuletzt gleich Null“ gewesen. Kremer betont, es gebe keine Verwerfungen mit dem Land, dessen Bemühungen er ausdrücklich anerkennt. Trotzdem ist jetzt eine finale Entscheidung gegen eine Zusammenarbeit gefallen. Kremer sagt, weil sich die Familie durch den Erwerb der Räumlichkeiten finanziell gebunden habe, komme „mittelfristig“ ein Verkauf oder ein Verleih der Sammlung nicht mehr in Frage. Fazit: Im Wasserturm der Völklinger Hütte, der derzeit zum zentralen Besuchereingang umgebaut wird, wird es kein „Museum des Eisens“ geben, zumindest keines mit nennenswert bedeutenden gusseisernen Platten. Dem Vernehmen nach befinden sich die wenigen Ofenplatten, die das Land bisher in Besitz hat, in einem derart maroden Zustand, dass eine Ausstellung auszuschließen ist.