Neunkirchens neues Musicalprojekt heißt „Meine Herren und Damen: Marie“

„Meine Herren und Damen: Marie“ : Neunkirchens neues Musicalprojekt

„Viel lieber als dumm bin ich schlau“ – das ist mal ein Statement. Gesungen wurde es von den drei jungen Damen Rebekka Thiel, Sibille Sandmayer und Hannah Neumann gestern, bei der Vorstellung des neuen Stücks des Neunkircher Musical-Projektes: „Meine Herren und Damen: Marie“.

Erstmals, erklärt Jürgen Fried, Neunkirchens Noch-OB und einer der Väter des Projekts, handelt es sich um eine Auftragsarbeit. Auftraggeber ist die Arbeiterwohlfahrt, die in diesem Jahr 100 Jahre alt wird, einst gegründet von Marie Juchacz, der ersten Frau, die im Reichstag gesprochen hat. Legendär ist ihr Redeeinstieg „Meine Herren und Damen“. Das Musical soll das Leben der Mutter der Awo zum Inhalt haben. Das Skript ist fertig, die Proben haben begonnen. Autor Holger Hauer will „keine Wikipedia-Geschichte von der Geburt bis zum Tod“ bieten; er hat sich auf die Jahre 1918/1919 beschränkt, hat „Geschichten gefunden und erfunden, die die Zeit und die Situation der Frau wiedergeben“. Regisseur Mathias Stockinger verspricht „ein sehr beeindruckendes Stück, nicht nur intellektuell, sondern auch mit großen Emotionen.“ Die künstlerische Leiterin und Choreografin Ellen Kärcher findet das Auftragsthema auch deshalb so toll, „weil es so gut zu uns passt“. 60 Menschen werden hinter der Bühne arbeiten.

Vor Herausforderungen gestellt hat das Thema durchaus die beiden Komponisten Amby Schillo  – „ich habe am Anfang gedacht, was werden das wohl für Texte werden, aber als ich sie dann gelesen habe, wusste ich: ja, das kann man machen“ – und Francesco Cottone: „Wir haben uns mit der Zeit beschäftigt, was ist da entstanden, vom Arbeiterlied bis zum Kunstlied, das wird man hören.“ Nicht zuletzt dank des Einsatzes von zur Zeit passenden Insturmenten wie Akkordeon und Klarinette. Premiere von „Meine Herren und Damen: Marie“ ist am 9. August, insgesamt gibt es acht Aufführungen.

www.musicalprojekt-neunkirchen.de

Mehr von Saarbrücker Zeitung