Erstes Solo-Album von Sebastian Voltz „Voyages" von Sebastian Voltz: eine besinnliche Reise ins Blaue

Saarbrücken · Sebastian Voltz, der mit Susan und Martin Weinert das Rainbow Trio gegründet hat, legt sein erstes Solo-Album vor. „Voyages“ heißt es und zeigt den virtuosen Pianisten mit Jazz-Hintergrund von einer anderen Seite.

 Der Pianist Sebastian Voltz (Rainbow Trio) legt sein erstes Solo-Album vor.

Der Pianist Sebastian Voltz (Rainbow Trio) legt sein erstes Solo-Album vor.

Foto: Rich Serra

Der Pianist Sebastian Voltz hat sich in den vergangenen Jahren im Jazz einen Namen gemacht – vor allem seit er mit Susan und Martin Weinert das Rainbow Trio gründete. Nach Susan Weinerts Tod 2020 führt er die Band mit Martin Weinert und Gastmusikern weiter. Bekannt ist der in Illingen Aufgewachsene auch durch seine Zusammenarbeit mit dem Klarinettisten Helmut Eisel. Jetzt legt Voltz sein erstes Soloalbum vor: „Voyages“ heißt es, bietet 15 Pianostücke und kommt aufwändig als sogenanntes Media Book daher: Auf 30 Seiten gibt Voltz kurze poetische Statements zu seinen Kompositionen. Die Homburger Malerin Julia Johannsen hat mit ihren für sie typischen Blautönen das Cover und einige Seiten gestaltet. In ihrer Galerie entstanden auch die Fotos des Media Books von Rich Serra. Aufgenommen wurde „Voyages“ in einem Studio im südfranzösischen Pernes-les-Fontaines – von dessen Flügel war Voltz besonders angetan.

Das Album beginnt mit vier Sekunden Pause, ehe gedämpfte, ruhige Akkorde die erste verträumte Melodie vorbereiten. Es überrascht, dass dieser Stil im ganzen Album prägend bleibt. Vom Jazzpianisten Voltz ist wenig zu hören – es sei denn, man hat den modernen skandinavischen Jazz im Ohr, der weitgehend frei ist von Blue Notes. Oft erinnern die Eigenkompositionen und Improvisationen an Stücke von Claude Debussy oder Erik Satie. Mal fallen die Töne wie Tropfen vom Himmel, mal erklingt eine Musette-Melodie wie aus einem alten französischen Spielfilm. Nur selten zeigt Voltz seine große technische Virtuosität – als hätte er es nicht nötig, damit hausieren zu gehen. Nein, es sind die schönen Melodien, mit denen er überzeugt, die Akkordfolgen, die ins Ohr gehen, und die meditativen Klänge, die er auf „Voyages“ gebannt hat. Es ist ein besinnliches Album für ruhige Stunden geworden. Beim Lauschen blättert man  im Media Book und begibt sich auf eine blaue Reise.