1. Saarland
  2. Saar-Kultur

Musikfestspiele Saar: So war das Konzert der DRP mit Pianistin Yeol Eum Son

Saar-Festival mit Top-Pianistin : Beethoven ins 21. Jahrhundert gerückt

Zu den Musikfestspielen Saar gehört immer auch ein Konzert der Deutschen Radio Philharmonie. Besonders viel Beifall bekam die Solistin, die koreanische Pianistin Yeol Eum Son.

Traditionell bereichert der Saarländische Rundfunk mit einem Konzert der Deutschen Radio Philharmonie die Musikfestspiele Saar. DRP-Chefdirigent Pietari Inkinen hatte für den Auftritt am Donnerstag in der Saarbrücker Congresshalle ein Programm gewählt, das Altbekanntes mit selten Gehörtem verband. Er begann mit seiner Vorliebe „nordisch“: Jean Sibelius‘ „Pan und Echo“, einem kurzen Tanzintermezzo, das die unglückliche Liebe Pans zur Bergnymphe Echo beschreibt. Klassische Antike in finnischem Ton, reich instrumentiert, temperamentvoll und klangintensiv interpretiert und drastisch akzentuiert.

Das sollte sich fortsetzen in Ludwig van Beethovens meistgespieltem Klavierkonzert Nr.5 in Es-Dur. International gefeiert wird die koreanischen Pianistin Yeol Eum Son, deren „anmutige“ und „zeitlose“ Interpretationen ihres umfangreichen Repertoires gerühmt werden. Am Steinway nutzte sie dessen Möglichkeiten zu knackig-kristallinem, mitunter gar hartem Anschlag, der Beethoven ins 21.Jahrhundert rückte. Mühelos gelangen ihr die virtuosen Herausforderungen, die sie dank empathischer Begleitung des Orchesters immer in den Vordergrund rücken konnte.

Machtvoll stellte Inkinen die Tuttis des Orchesters gegen das Klavier und reagierte so auf dessen kraftvolle Einwürfe und Passagen. In der Entstehungszeit des Konzertes war Wien durch Napoleon besetzt. „Welch zerstörendes, wüstes Leben um mich her“ schrieb Beethoven. Hatte die Pianistin diese Worte im Sinn, als sie nach der geheimnisvollen Überleitung zum Rondo dieses mit einer noch nie gehörten Wucht in die Tasten donnerte? Das Publikum schien hingerissen vom nun folgenden Kehraus und erhielt für seinen Beifall eine pfiffige, elegant hingetupfte Zugabe.

Nach der Pause dann Richard Strauss: „Vier sinfonische Zwischenspiele“ aus seiner biographischen Oper „Intermezzo“, der ein Ehekrach im Hause Strauss zugrunde liegt. Richtig „straussisch“ geht’s da musikalisch zu: Dichte und immer wieder aufgelockerte Instrumentierung, temperamentvolle Parodien etwa des Wiener Walzers oder eines Skatabends im Wirtshaus, solistische Einlagen der Streicher und Holzbläser und, nicht zu vergessen, die bei Strauss immer anspruchsvollen Passagen der Hörner. Inkinen inszenierte herrlich temperament- und lustvoll, das Orchester zog prächtig und in bester Spiellaune mit. So wurde ein überzeugender Kontrast zum eher routinierten Fortissimo beim Beethovenschen Klavierkonzert erzielt. Bravo!