Neue Musical-Produktion am Saarländischen Staatstheater Die Saarbrücker „Anatevka“ – einfach mal was fürs Herz

Saarbrücken · Mitreißend musiziert und mit Charme inszeniert: Das neue Musical am Staatstheater rührt ohne Frage, auch wenn der Verstand in den aktuellen Kriegs- und Krisenzeiten Theater will, das Fragen stellt.

 Ist die Stimmung noch so trübe, immer hoch die Branntweinkrüge: Im Dörfchen Anatevka feiert die jüdische Bevölkerung – auch und gerade im Angesicht drohender Vertreibung. Eine Szene aus Gil Mehmerts höchst sinnlicher Saarbrücker Inszenierung.

Ist die Stimmung noch so trübe, immer hoch die Branntweinkrüge: Im Dörfchen Anatevka feiert die jüdische Bevölkerung – auch und gerade im Angesicht drohender Vertreibung. Eine Szene aus Gil Mehmerts höchst sinnlicher Saarbrücker Inszenierung.

Foto: Martin Kaufhold/SST/martinkaufhold.de, Martin Kaufho

Die Gassen schmal, die Plätze eng, die Häuser kaum mehr als schäbig: Halbwegs objektiv betrachtet, gäbe es wenig Anlass, das Dörfchen Anatevka schön zu finden. Doch für Tevje, Golde, Zeitel, Hodel, Chava, Jente, Mottel, den Rabbi und all die anderen bedeutet es eben Heimat. Jener Ort, an den sich ihre Geschichte und Geschichten knüpfen. Darum singen sie hier auch so stolz, im Herzen so fröhlich von ihrer „Tradition“, die ihr Leben, in diesem Flecken im fiktiven Irgendwo zusammenhält, wo der Zar den Juden am Westsaum seines Imperiums noch zubilligt zu siedeln.