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Max Ophüls Filmfestival fast am Ziel – was man vor der Preisvergabe wissen muss

Stunde der Wahrheit am Samstag ab 19.30 Uhr : Filmfestival Max Ophüls biegt auf die Zielgerade

Zum ersten Mal digital, und an diesem Samstagabend schlägt auch schon die Stunde der Wahrheit: Ab 19.30 Uhr vergibt das Filmfestival Max Ophüls seine Preise. Vor der großen Spannung ein Blick zurück auf eine besondere Woche.

Junge Liebe, Probleme mit der Liebe und die Liebe zu den eigenen Wurzeln: Die Filme der Nachwuchstalente, die zum diesjährigen Filmfestival Max Ophüls Preis eingeladen wurden, sind thematisch nah dran Leben. Am eigenen oder dem der Anderen. Da geht es unter anderem um den liebevollen Blick auf laut niesende Väter, einen sich durch Erasmus verflüchtigenden Partner und den packenden Alltag in einer Gefängnisschule.

98 Filme führt das Programm, davon laufen 50 im Wettbewerb. Und an diesem Samstagabend schlägt die Stunde der Wahrheit: Die Preise werden ab 19.30 Uhr vergeben. Aber eben nicht wie üblich im E-Werk, sondern als Live-Stream aus dem Saarbrücker Kuba – mit Moderator Tobias Krell, der Festivalleiterin Svenja Böttger und dem künstlerischen Leiter Oliver Baumgarten.

Ophüls-Fans können sich die Verleihung kostenfrei auf der Streaming-Plattform anschauen: ffmop.cinebox.film. Vergeben werden auch in der digitalen Ausgabe die 16 Preise des Festival, mit einem Preisgeld von insgesamt 118 500 Euro.

 So wie die Preisverleihung ablaufen wird, so ist das gesamte Festival über die Bühne gegangen: Zum ersten Mal komplett digital, aufgrund der Pandemie. Keine 1:1-Kopie der üblichen Ausgabe, keine Ersatzveranstaltung, sondern ein ganz neues Filmfestival, wie Leiterin Svenja Böttger im Interview erklärt hat. Dabei hat sie auch klargemacht, warum MOP eben nicht Netflix ist und die Filme auf der Plattform nicht unbegrenzt anbietet. So wie es sich mancher Facebook-Nutzer im Vorfeld wohl gewünscht hätte.

Auch die Eröffnung lief diesmal ohne direkt anwesendes Publikum oder angereiste Gäste, sondern digital. Die deutsche Regielegende Wim Wenders hat bei dieser Ausgabe den Ehrenpreis bekommen und gestand in dem Filmbeitrag, der das Festival eröffnete, was er sich als junger Regisseur dachte: „Filmemachen ist Scheiße. Filmemachen ist nichts für mich.“

Aber das war 1972, als er „Der scharlachrote Buchstabe“ drehte und an seine Grenzen kam. Im Interview verriet Wim Wenders der SZ, wann ein Regisseur seinen eigenen Film eigentlich wirklich kennenlernt und was der Filmszene in Deutschland fehlt. Zur Eröffnung lief der sehr sehenswerte Film „A Black Jesus“, den Wenders produziert hat.

Doch trotz Pandemie bietet die Plattform vorab aufgezeichnete Regie- und virtuelle Publikumsgespräche. Auf der brancheninternen Plattform MOPIndustry haben Jungfilmer eine digitale Begegnungs- und Austauschmöglichkeit mit Experten.

Festivalinformationen unter https://ffmop.de