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Matinee mit der DRP in Saarbrücken

Deutsche Radio Philharmonie : Mehr Lebenslust dank Deutscher Radio Philharmonie

Die drei Komponisten der 5. SR-Matinée mit der Deutschen Radio Philharmonie hatten eines gemeinsam: Sie wurden in Böhmen-Mähren geboren. Für sie spielten das slavische Idiom, folkloristische Anklänge und Leidenschaftlichkeit eine wichtige Rolle in ihren Werken.

Antonín Dvoráks Ouvertüre „Karneval“ strahlte überschäumende Lebenslust aus, die Chefdirigent Pietari Inkinen, ohne platt zu wirken, unverstellt über die Rampe brachte. Das Konzert für zwei Klaviere von Bohuslav Martinů ist eine Art „Concerto grosso“, dessen Ecksätze in rasanter Geschwindigkeit toccatenhaft dahineilen und die Soloparts meist in das Orchester integrieren. Der nachdenkliche Mittelsatz gibt den Klavieren Gelegenheit zu klangvollem, aber auch intimem Zwiegespräch. Technisch perfekt, mit singendem Anschlag, gaben Katia und Marielle Labèque den hakeligen Soloparts Struktur und klingende Pracht. In der Zugabe, dem Vierten aus Philip Glass‘ „Four movements“, konnte man die pianistische Meisterschaft der beiden ganz ohne Orchesterhülle bewundern.

„Es ist so übermäßig geworden – wie es aus mir wie ein Bergstrom herausfuhr!“ bekannte Gustav Mahler nach Fertigstellung seiner ersten Sinfonie. Längst haben wir Zuhörer uns an diesen „Bergstrom“ gewöhnt, der mit viel alpenländisch klingender Folklore-Parodie Assoziationen befördert, die Mahler einmal formuliert und dann wieder zurückgezogen hat. Inkinen kostete diesen „Volkston“ einfühlsam aus, mit ausgeruhten Tempi, weit gespannter Dynamik und fein gestuften Orchesterfarben. Sein gestisch ökonomisches Dirigat ließ die Violinen warm singen, die tiefen Streicher solide grundieren. Holz- und Blechbläser steuerten charaktervolle Soli und ausbalancierte Sätze bei, die Schlagwerker agierten präzise und einfühlsam. Das war die weitaus am besten gelungene Mahler-Sinfonie unter denen, die es seit vielen Wochen in Saarbrücken zu hören gab.  Fabelhaft.