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Lafolia: Cirque Bouffon mit Premiere in Saarbrücken

Premiere in Saarbrücken : Cirque Bouffon faszinierend verrückt

Eine Frau steigt aus einem Klavier, das später unter die Zeltdecke gezogen wird. Ein Artist tanzt mit einem durch die Manege schwebenden Kleid, sein Kollege läuft mit einem Lampenschirm auf dem Kopf umher – in der neuen Show des „Cirque Bouffon“, der bis zum 6. Oktober vor dem Staatstheater in Saarbrücken gastiert, geht es ganz schön verrückt zu.

Und das soll auch so sein, denn „Lafolia“ bedeutet so viel wie „Verrücktheit“ oder „Narrheit“.

Wenige Tage nach dem actiongeladenen Gastspiel von „Flic Flac“ bildet der Zirkus Bouffon einen krassen Gegenpool. In dem kleinen, gemütlichen Zelt setzt Direktor Frederic Zipperlin auf viel Poesie, Phantasie und traumhafte Musik. Eine Mischung, die sofort den Alltag vergessen lässt und entschleunigt. Immer mehr Zuschauer, die zunächst Fotos und Filme schießen, legen bald ihre Smartphones weg und scheinen vom Bann der Show gefangen. Auch wenn bei ihrem Auftritt erst mal quasi nichts passiert, erntet Roxana Küwen Lacher und Applaus. Auf dem von Sarah El Shamy gespielten Klavier liegend, balanciert sie dann mit ihren Händen und Füßen Kugeln – später sogar auf dem Trapez.

Marie Le Corre ist dagegen im wahrsten Sinne des Wortes eine Seiltänzerin. Zudem balanciert die Französin auf Zehenspitzen grazil auf Flaschen und Gläsern. Florent Lestage jongliert dagegen mit Spazierstöcken und Keulen, die er durch die Manege wirbelt.

Neben ihm tritt auch Joel Baker aus den USA als Clown immer wieder in der Show auf und sorgt schon vor deren Beginn für reichlich Spaß. Später legt er auf der Suche nach dem perfekten Leselicht für ein Buch die unmöglichsten Verrenkungen hin und blättert mit seiner Zunge die Seiten um. Seine Landsfrau Olivia Weinstein möchte die akrobatischen Höchstleistungen ihrer Kollegen nachahmen, lässt einen Reifen auf ihrer Nase kreisen und singt schräg. Obwohl der kleinen Frau dabei zunächst vermeintlich alles schief geht, wird sie schnell zum Publikums-Liebling und kann schließlich doch von ihrem „Können“ überzeugen. Man merkt schnell, dass sie – wie weitere Künstler inklusive des Direktors – schon für den berühmten „Cirque du Soleil“ gearbeitet haben.

Das „Lafolia“ auch Wahnsinn bedeuten kann, wird bei anderen Nummern klar. So zeigen Anna Abrams und Ariadna Gilabert Corominas unter anderem an einem mal vertikal, mal als Schaukel gespannten Seil waghalsige Kunststücke unter der Zeltkuppel. Aber nicht nur die Artisten sind Meister ihres Faches. Die Musiker beeindrucken ebenfalls mit ihrem virtuosen Spiel.

Der „Cirque Bouffon“ gastiert bis 6. Oktober vor dem Staatstheater in Saarbrücken. Karten und Infos unter www.cirque-bouffon.com.