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Kunstkaufhaus des Saarbrücker KuBa öffnet am Sonntag, 2. August, zum letzten Mal analog

Diesen Sonntag letztmalig geöffnet : „Das Kunstkaufhaus hilft in der Summe“

An diesem Sonntag öffnet zum letzten Mal das Kunstkaufhaus in Saarbrücken. Durch die Initiative des KuBa bekamen Künstler mehr Aufmerksamkeit. 16 Werke sind bislang verkauft worden.

Helles Licht fällt in den Raum und bringt an den Wänden kräftige Farben zum Strahlen, Sessel für bequeme Kunstbetrachtung stehen bereit. Wenn dann noch eins der Kunstwerke so gut gefällt, dass es – gegen Geld, versteht sich – mit nach Hause soll, ist das Konzept des Saarbrücker KuBA, des Kulturzentrums am Eurobahnhof, aufgegangen. Im KuBa, Atelierhaus und Veranstaltungsort, haben derzeit knapp 20 Künstler und Künstlerinnen, darunter Armin Rohr, Dirk Rausch und Sigrún Ólafsdóttir, ein Atelier bezogen. Im Kunstkaufhaus zeigen sie noch einmal an diesem Sonntag Ölgemälde, Collagen, Aquarelle, Skulpturen, Fotografien und Siebdrucke, die auch zum Verkauf stehen.

„Ich finde die Initiative sehr positiv. Sie hilft in der Summe mit den Stipendien und den Kunstkäufen des Ministeriums“, sagt Juliana Hümpfer, die ein Gemälde an eine Neukundin verkaufen konnte. Fotograf, Film- und Medienkünstler Michael Koob hat hier bisher noch kein Werk verkauft. „Mein Eindruck ist, dass sich Fotos im Vergleich zur Malerei generell schlechter verkaufen“, sagt er. Auch bei Werner Constroffer hat es noch nicht geklappt. „Ich bin deswegen aber nicht enttäuscht“, sagt er.

Während der Corona-Pandemie zuerst als virtuelles Projekt zur Unterstützung der Künstler entstanden, konnte das Kunstkaufhaus auch außerhalb der digitalen Welt Interesse finden. Allerdings mit sehr unterschiedlicher Nachfrage – an einem Sonntag seien zwei, drei Besucher, am nächsten 25 gekommen. „Bisher haben wir 16 Werke verkauft, aber das Kunstkaufhaus hat auch dazu geführt, dass die Künstler mehr Aufmerksamkeit bekommen und sich so auch Parallelverkäufe ergeben haben“, erklärt Michaela Kilper-Beer, KuBA-Geschäftsführerin. Die Preisspanne der Werke erstreckt sich von 240 bis 2400 Euro. „Das größere Segment ist bis 1000 Euro anzusiedeln“, sagt sie. Verkauft würden hauptsächlich Malereien und auch einige Skulpturen. „Die KuBa-Künstler sind sonst nicht in einer Galerie vertreten, und im Kunstkaufhaus geht es niederschwellig zu, keiner muss Angst haben, dass er in einen intellektuellen Tempel kommt“, beschreibt Kilper-Beer den Ansatz der Initiative.

Mehrere Arbeiten auf die Internetseite gestellt hat auch Petra Jung, und so relativ schnell eines ihrer Aquarelle verkauft – ebenfalls an einen neuen Kunden. „Ich war froh über die Initiative“, sagt sie. „Es läuft wieder an, man hat wieder etwas zu tun, aber es ist nicht so, wie es vorher war“, sagt Jung. Auch Hümpfner sieht die Szene noch nicht über dem Berg: „Man freut sich, wenn man verkauft, aber man kann nicht zu viel erwarten, es bleibt eine schwierige Zeit“.

Das Projekt ist keine Aktion, die dem KuBa Geld in die Kasse spült: An den Besuchersonntagen braucht es eine Aufsicht, ein KuBa-Mitarbeiter steht ständig in Kontakt mit den Künstlern, mit Hängung neuer Werke, Umgestaltung, Vermittlung und Verpackung sei das letztlich viel Aufwand. Aufgrund der Zeit- und Personalintensität, hinzu komme eine Rechnung für die Programmierung der Kunstkaufhaus-Internetseite für knapp 4000 Euro, nimmt der KuBa als Aufwandsentschädigung eine Vermittlungsgebühr, die unter der von Galerien liege. Die sollte eigentlich die Kosten für dieses Projekt decken, bisher liege man laut Kilper-Beer aber 1400 Euro darunter. Doch den Kunstschaffenden eine Plattform zu bieten sei wichtiger: „Es ist in diesen Zeiten wichtig, sichtbar zu bleiben“, sagt die KuBa-Geschäftsführerin.

Kunstkaufhaus im Saarbrücker KuBa letztmalig an diesem Sonntag, 14 bis 18 Uhr, danach weiter online unter www.kuba-sb.de/kunstkaufhaus