1. Saarland
  2. Saar-Kultur

Kulturleben statt Zahlen-Spiele

Kommentar : Kulturleben statt Zahlen-Spiele

Kaum einer hat’s bemerkt, aber seit der Pandemie haben wir sie wieder, die Unterscheidung in E- und U-Kultur, in „hohe“ Bildungsbürger-Angebote und „niedere“ Massen-Unterhaltung. Corona-Verordnungsparagraphen machen es möglich: Theater dürfen für das Vergnügen ihrer Musical- und Operetten-Fans sorgen, Kulturzentren oder Konzert-Clubs für rein gar nichts.

Laut saarländischer  Corona-Verordnung sind letztere „Vergnügungsstätten“, selbst dann, wenn sie zu Kafka-Exerzitien einladen.

Zweierlei Maß. Das ist nicht nur kulturweltfremd, es macht Genehmigungsverfahren für Ordnungsämter wie für Kulturveranstalter zu einem Ritt auf der juristischen Rasierklinge. Und für Kulturbürger wird jeder Termin zu einem Abenteuer auf Rückruf. Dieses Verwirr- und Verunsicherungs-Spiel muss  aufhören. Genau dies will und kann der PopRat bewirken, der nicht auf eine Sonderregelung in eigener Sache drängt, sondern auf eine Lösung für alle: Erlaubt ist, was den – strengen – Test- und Sicherheitsregeln entspricht, egal, wie viele Menschen kommen oder an welchem Ort das Event stattfindet. Damit diese neue Regel greifen kann,  braucht es einen riesigen, mutigen Schritt der Landesregierung: Schluss mit den Zahlen-Vorgaben. Jetzt. Denn heute wird das auf die Schiene gesetzt, was ab Juli den Namen Kultursommer noch verdienen könnte.