Künstlerin Jolande Lischke-Pfister gestorben

Sie entwarf den Brunnen an der Evangelischen Kirche in Saarbrücken : Jolande Lischke-Pfister gestorben

Ihre quadratische Brunnenanlage an der Alten Evangelischen Kirche gehört heute zu den beliebtesten und belebtesten Orten in der Saarbrücker Altstadt. Während die Kinder durchs flache Wasser stapfen und ihre Hände in den Strudel halten, der aus der stilisierten steinernen Lotusblüte in der Mitte hervorquillt, sitzen die Erwachsenen drumherum auf den aufsteigenden Treppenstufen, genießen einen Kaffee und die Sonne.

Genau so hatte sich das Jolande Lischke-Pfister wohl gewünscht, als sie 1979 den Brunnen entwarf. Die aus Ludwigshafen stammende Bildhauerin gehörte damals zum Kreis jener Saarbrücker Künstlerinnen und Künstler, die an der Umgestaltung des St. Johanner Markts zur Fußgängerzone tatkräftig mitwirkten. Lischke-Pfister kam 1952 zum Studium für Plastisches Gestalten bei Theo Siegle an der Schule für Kunst und Handwerk nach Saarbrücken, wohin es sie nach einigen Semestern bei Karl Hartung in Berlin, auch wegen ihres Mannes, dem Fotografen Joachim Lischke, nach dem Abschluss wieder zurückzog. In Saarland war die Künstlerin, die sich auch der Malerei widmete und weitere Kunstwerke im öffentlichen Raum in St. Wendel und Blieskastel schuf, eine feste Größe: als Trägerin des Albert-Weisgerber-Preises 1985 ebenso wie als Mitbegründerin der Künstlerinnengruppe Saar. Am Dienstag ist die in St. Arnual lebende Jolande Lischke-Pfister nach Auskunft ihrer Angehörigen mit 87 sanft entschlafen.

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