Konzerte: Jazz in der Kettenfabrik in Saarbrücken

Saarbrücker Kettenjazz-Festival : Drei Tage Blue Notes in der Kettenfabrik

Zum zweiten Mal findet vom 26. bis 28. September das „Kettenjazz“-Festival statt. Im Oktober geht es mit der „JazzZeit“ weiter.

Die Jazz-Szene im Land klagt über zu wenig Auftrittsmöglichkeiten, das international ausgerichtete Saarbrücker Festival „Jazz-Transfer“ gibt es seit zwei Jahren nicht mehr. Wenigstens der Zuschuss der Landeshauptstadt (27 000 Euro im Jahr) für den Jazz blieb erhalten und finanziert die im Januar gestartete Reihe „JazzZeit“, die mit 54 000 Euro, dem Budget von zwei Jahren, starten konnte. Nach Auskunft des Saarbrücker Kulturdezernenten Thomas Brück (Grüne) wird die Reihe 2020 weitergeführt, mit einem Budget von 27 000 Euro und in abgespeckter Form mit sechs bis acht Konzerten. In der „JazzZeit“ spielt der Gitarrist Ro Gebhardt am 25. Oktober in der Breite 63 in Malstatt. Christoph Thewes gastiert am 8. November in dieser Reihe in der Kettenfabrik in St. Arnual, wo vom 26. bis 28. September aber erst einmal das kleine „Kettenjazz“-Festival stattfindet, das die Veranstalter nur mit Hilfe von Sponsoren stemmen. Einen Zuschuss von der Stadt gab es nicht, so Brück.

Die von einer kleinen engagierten Gruppe ehrenamtlicher Kulturfans getragene Kettenfabrik hat sich auch ohne öffentliche Förderung mittlerweile als beliebter Ort für Jazz etabliert. Das Team um Klaus Kühn organisiert nun zum zweiten Mal die Reihe „Kettenjazz“ mit drei Konzerten in der Arbeitshalle der ehemaligen Nieten-Fabrik, auf deren Gelände mehrere der Veranstalter mit ihren Familien seit rund 40 Jahren auch zuhause sind. Seit Jahren stellen diese St. Arnualer ein beachtliches, stetig sich vergrößerndes Kulturangebot von Theater über Lesungen, Workshops bis hin zu Konzerten auf die Beine.

In diesem Jahr spielen beim „Kettenjazz“ neben der aus Neunkirchen stammenden Jazzgitarristin Susan Weinert mit ihrer Band (Konzert am Freitag), das Pulsar Trio aus Potsdam, das Klavier und Schlagzeug mit Klängen der nordindischen Langhalslaute Sitar für ihren progressiven Jazz kombiniert (Donnerstagabend). Der „Kettenjazz“ endet sonntags mit dem Auftritt des Rémi Pannossian Trio (Piano, Bass Drums), das „energetischen Rock mit lyrisch-melodischen Momenten“ verknüpft, heißt es im Programm.

Die Konzerte in der Kettenfabrik (Augustinerstraße 10 in St. Arnual) beginnen jeweils um 20 Uhr. Karten kosten 19/14 Euro, Festivalpässe für alle drei Tage 45/30 Euro. Es gibt sie unter anderem im Musikhaus Arthur Knopp in Saarbrücken(Futterstr. 4), an der Abendkasse und unter kettenfabrik@mail.de

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