1. Saarland
  2. Saar-Kultur

Konzert in der Stiftskirche: Daarler Vocal Consort erweckt sich wieder zum Leben

Konzert in der Stiftskirche : Daarler Vocal Consort erweckt sich wieder zum Leben

Der Ableger des KammerChors Saarbrücken kehrt nach langer Zwangspause zurück – mit „Ars Morendi“ in der Stiftskirche St. Arnual.

Nicht nur Pflanzen kriegen Ableger: Vor ungefähr 15 Jahren brachte der KammerChor Saarbrücken das „Daarler Vocal Consort“ hervor; benannt nach dem Saarbrücker Stadtteil St. Arnual, im Volksmund Daarle genannt. Lange existierte die Formation als Vokalsextett, aktuell sind bis zu zehn Leute aktiv. Ausschlaggebend war der Wunsch, innerhalb einer solchen Auskopplung vermehrt solistisch zu agieren. „Ich hatte Lust, selbst mal wieder zu singen“, erzählt der Gründer und Leiter Georg Grün, international gefragter Chordirigent und Chorklangspezialist, der das Ensemble mit seiner Baritonstimme verstärkt.

Mit seiner Berufung als Professor für Chorleitung an die Hochschule für Musik Saar 2012 übernahm Grün auch die Leitung des altehrwürdigen BachChors Saarbrücken. Sein 1990 gegründeter KammerChor gewann wichtige nationale und internationale Chorwettbewerbe, er gastiert auf zahlreichen Musikfestivals im In- und Ausland und produziert regelmäßig CDs.

Auch das Daarler Vocal Consort kann diverse Erfolge verbuchen, mit einem breiten Repertoire von Alter bis Neuer Musik. So konzertierte das Ensemble 2008 beim Festival „Concordia Vocis“ auf Sardinien, sang 2009 und 2011 bei der „Nacht der Kirchen“ in Berlin und reiste durch Spanien. Gleich die erste CD-Produktion „Zwischen Himmel und Erde“ wurde 2010 mit dem „Pizzicato Excellentia Award“ ausgezeichnet; die zweite CD „Lost in transition“ 2014 für den Deutschen Schallplattenpreis nominiert.

Beim Internationalen Chorwettbewerb im spanischen Tolosa, wo es 2012 den zweiten Preis in der Sparte für professionelle Vokalgruppen holte, ist das Ensemble fast schon Stammgast; 2013 sang es im italienischen Fano und gestaltete 2016 beim Festival für zeitgenössische Musik „Trieste Prima“ das Abschlusskonzert. „So eine kleine Formation braucht flexible Mitglieder mit Teamgeist“, weiß Grün. Während Corona brauchten die indes vor allem Geduld: Wegen der Pandemie war das Ensemble zwei Jahre lang lahmgelegt; die diesjährige Tolosa-Herbst-Tournee ist geplatzt. Die letzte Konzertreise führte 2019 in die USA zum Chorfestival in Missoula/Montana.

Jetzt will sich das Vocal Consort in der St. Arnualer Stiftskirche, wo es die Zwangspause mit der Gestaltung von Gottesdiensten überbrückte, „selbst wieder zum Leben erwecken“ – justament mit einem a cappella-Konzert über die „Kunst des Sterbens“: Bei „Ars Moriendi“ steht die „Missa pro defunctis“ (Requiem in memoriam Josquin Desprez) des frankoflämischen Renaissance-Komponisten und Sängers Jean Richafort (um 1480-1550) auf dem Programm, eine der längsten Messkompositionen des 16. Jahrhunderts. Ergänzend erklingen drei Sterbe-Motetten seines Lehrer Josquin Desprez (um 1450-1521), dem Richafort mit seinem Requiem ein Denkmal setzte. Gesungen wird auf Altfranzösisch und Altlatein; die Stücke wurden speziell für das Ensemble eingerichtet. „Der Raum singt mit – es wird sehr meditativ“, verspricht Grün.

„Ars Moriendi“: Sonntag, 14. November, 18 Uhr, Stiftskirche St. Arnual. 3G, Eintritt frei