Ausstellung von Jörn Peter Budesheim in der KuBa-Galerie KuBa zeigt einen Meisterzeichner mit Hang zu schwarzen Humor

Saarbrücken · Die Galerie im KuBa – Kulturzentrum am Eurobahnhof widmet dem in Saarbrücken aufgewachsenen Künstler Jörn Peter Budesheim eine Einzelausstellung. Zu entdecken ist ein ausgezeichneter Zeichner.

 Das KuBa – Kulturzentrum am Eurobahnhof richtet in seiner Galerie regelmäßig Ausstellungen interessanter Künstler aus. Aktuell sind neue Zeichnungen des Meisterzeichners Jörn Peter Budesheim zu sehen.

Das KuBa – Kulturzentrum am Eurobahnhof richtet in seiner Galerie regelmäßig Ausstellungen interessanter Künstler aus. Aktuell sind neue Zeichnungen des Meisterzeichners Jörn Peter Budesheim zu sehen.

Foto: Oliver Dietze

Die aktuelle Ausstellung „Mittlerer Sinn“ von Jörn Peter Budesheim im KuBa – Kulturzentrum am Eurobahnhof erlaubt die Begegnung mit einem ausgezeichneten Zeichner und einem anscheinend sehr feinsinnigen Künstler.

Jörn Peter Budesheim, 1960 in Marburg geboren, lebt und arbeitet heute in Kassel. Aufgewachsen ist er aber in Saarbrücken, hier hat er seine ersten künstlerischen Erfahrungen gesammelt, konnte schon in den 1978, 1980 und 1981 seine Werke in verschiedenen kleineren Ausstellungen in Saarbrücken zeigen.

 "plott.für.einen.horror.film" ist der Titel dieser Zeichnung von Jörn Peter Budesheim, und das zeigt schon recht gut, wie der in Saarbrücken aufgewachsene Zeichner aus Kassel tickt.

"plott.für.einen.horror.film" ist der Titel dieser Zeichnung von Jörn Peter Budesheim, und das zeigt schon recht gut, wie der in Saarbrücken aufgewachsene Zeichner aus Kassel tickt.

Foto: Budesheim/Jörn Peter Budesheim

1982 begann er dann sein Studium der Freien Kunst an der Kunsthochschule Kassel, vielleicht auch, weil damals in Saarbrücken ein Kunststudium noch nicht möglich war. Bereits ein Jahr nach seinem erfolgreichen Studienabschluss 1986 gewann er den Kulturpreis der Stadt Kassel. Seit 2016 ist er Mitglied der Produzentengalerie Kunstbalkon, Kassel, sowie Mitglied im Vorstand des documenta forums, Kassel.

Ganz vergessen wurde er in Saarbrücken aber nicht. Denn vor zwei Jahren erst konnte man seine Zeichnungen in der Ausstellung „Bagatellen“ der kleinen Saarbrücker Galerie Sali e Tabacchi sehen. Nun wird ihm im KuBa eine Einzelausstellung mit über 60 Zeichnungen gewidmet, allesamt im Kleinformat von unter DinA 4-Größe.

Die Arbeiten stammen aus den letzten drei bis vier Jahren. Die Zeichnungen sind in Mischtechniken entstanden, manche wurden mit Buntstiften gezeichnet, andere mit einem sehr spitzen, knappen Zeichenstift, wieder andere sind mit Aquarellfarben unterlegt. Denn Budesheims Motive umgeben häufig farbige Auren. Der Künstler konzentriert sich in seinen Zeichnungen meist auf ein gegenständliches, figuratives Motiv, das in der Blattmitte dargestellt wird.

Diese Positionierung und manche fragmentarische Zeichnung lassen an Kinderzeichnungen denken. Aber nur kurz, denn Budesheim hat eine ganz eigene Darstellungsweise entwickelt. Das Motiv, Portrait, Figur oder Tier, wird in wenigen, meist dezenten Farben vereinfacht, aber prägnant wiedergegeben. Darunter oder daneben findet sich ein Wort, eine Aussage, ein Satzfetzen, der dann auch den Titel der Zeichnung ergibt.

Jörn Peter Budesheim konzentriert sich häufig lediglich auf die Kontur seines Motivs, wobei diese Umrisszeichnung oft ebenso fragmentarisch ist, wie die Darstellung selbst. Bei dieser spitzen Umrisslinie fragt man sich, ob sie nicht mittels Durchschlagpapier entstanden ist, da sie gleichzeitig hauchdünn ist, aber trotzdem etwas ausfranst und abbricht. Auf die Darstellung von Räumen und Perspektiven wird in den meisten Blättern verzichtet, lediglich die Tierzeichnungen zeigen die Vögel oder Mäuse in ihrem Lebensumfeld.

Wer nun aber erwartet, dass hier niedliche Tierzeichnungen zu sehen sind, irrt. Die Tiere wirken seltsam leblos und starr. In anderen Blättern ist sind Landschaften ausgeführt oder nur angedeutet. Hier erkennt man sofort die hohe Qualität der Zeichnungen.

Jörn Peter Budesheim zeigt sich als tiefsinniger, fast schon philosophischer Zeichner. Etwas kryptisch und geheimnisvoll sind viele der ausgestellten Arbeiten, gleichzeitig hinterlassen sie Gedanken und Spuren beim Betrachten.

Aber der Meisterzeichner Budesheim muss auch einen schwarzen Humor haben. Denn die Blätter „Der Tod als Kartoffel“, „Der Tod geht baden“ oder „Mond, Hand, Hund, Plot für einen Albtraum“ zeigen genau das, was der Titel verspricht. Interpretationen sind hier nur mit einem Augenzwinkern möglich.

Ausstellung „Jörn Peter Budesheim. Mittlerer Sinn“ im KuBa – Kulturzentrum am Eurobahnhof. Europaallee 25, Saarbrücken. Geöffnet bis 24. Juli, Dienstag, Mittwoch und Freitag von 10 bis 16 Uhr, Donnerstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr, Feiertage geschlossen. Am Sonntag, 24. Juli findet um 17 Uhr ein Galeriegespräch statt. Weitere Infos unter www.kuba-sb.de

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