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Homburger Meisterkonzert mit Nils Mönkemeyer, Alban Gerhardt und William Youn

Nils Mönkemeyer, Alban Gerhardt, William Youn : Homburger Meisterkonzert mit grandiosem Trio

Die Corona-Angst hat das Konzertleben erreicht: Die Zuhörerreihen im Saalbau waren gelichtet. Die Anwesenden aber erlebten am Donnerstag ein beeindruckendes Meisterkonzert. Bratsche (Nils Mönkemeyer), Violoncello (Alban Gerhardt), Klavier (William Youn) – eine seltene Triokombination.

Selten waren auch die gespielten Werke: zuerst Beethovens „Gassenhauer-Trio“ op.11, mit Viola statt der originalen Klarinette. Es gewann so eine warme Grundfarbe, ohne seine Durchsichtigkeit zu verlieren. Die floss durch die beiden ersten, konventionell-spielerischen Sätze bis zum aufregenden Variationen-Finale, dessen überschäumend-phantasievollen Abwandlungen eines einst populären „Gassenhauer“-Themas spannend ausgereizt wurden.

Als Solist beeindruckte William Youn mit Franz Liszt in fünf Transkriptionen von Schubert-Walzern aus „Soirées de Vienne“. Mit ausgefeilter Technik, vollgriffig, mit stilsicherem rechten Pedal rauschten fünf davon in den Saal und bestätigten Youns internationale Reputation.

Schumanns „Fünf Stücke im Volkston“ gehören ins Repertoire jedes Cellisten. Youn war für Gerhardt  einfühlsamer Begleiter in einer intensiven Interpretation. „Mit Humor“ und „mit viel Ton“ sind sie „stark und markiert“ zu spielen. Gerhardt hielt sich daran.

In Schumanns „Märchenbilder“ erlebte man Mönckemeyer als feinsinnigen, die Klavier-Erzählungen begleitenden Bratscher, poetisch, romantisch-expressiv. Um seinem Klarinetten-Trio opus 114 eine weitere Verbreitung zu sichern, fertigte Brahms eine Fassung für Viola an. Kantabel die Themen, kunstvoll ihre Verarbeitung, voll innerer Glut. Auch hier war Youn ein pianistischer Primus inter pares. Mönckemeyer, der elegante, nie outrierende Bratscher und Gerhardt, der vitale, dynamische Cellist. Reicher Beifall und eine Zugabe: ein sanfter Zwiegesang der Streicher mit Klavierbegleitung aus den (Vokal-) Duetten opus 66 von Brahms.