Hessischer Kulturpreis für Andrea Wandel und Wolfgang Lorch

Architektur : Hessischer Kulturpreis für Andrea Wandel und Wolfgang Lorch

Die Saarbrücker Architekten Andrea Wandel und Wolfgang Lorch sind am Freitagabend in Frankfurt am Main mit dem Hessischen Kulturpreis 2019 geehrt worden. Durch ihre Spezialisierung auf Sakralbauten und Gedenkstätten schüfen die Architekten bedeutende Orte für den Dialog zwischen den Kulturen und gäben Geschichte einen Raum, hatte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) die Nominierung begründet.

Die Auszeichnung ist mit insgesamt 45.000 Euro einer der höchstdotierten Kulturpreise Deutschlands.

Das Architekturbüro Wandel/Lorch habe „jüdischen Bürgerinnen und Bürgern mit den Konzeptionen zum Bau der Neuen Synagoge in Dresden und des Jüdischen Zentrums in München wieder eine Heimat und damit auch eine Zukunft in unserem Land gegeben“, führte Bouffier zur Nominierung aus. Die beiden renommierten Architekten hätten auch im Herzen Frankfurts durch die Gedenkstätte am Neuen Börneplatz einen Ort der Erinnerung an mehr als 11.000 ermordete jüdische Bürger mitgeschaffen. Mit ihrer Arbeit hätten sie Grundsteine für jüdisches Leben in Deutschland gelegt, „die Generationen überdauern werden“, sagte Bouffier.

Andrea Wandel ist Professorin im Fachgebiet „Entwerfen, Raumbildung und Darstellung“ an der Hochschule Trier. Wolfgang Lorch ist Professor für „Entwerfen und Baugestaltung“ an der Technischen Universität Darmstadt. Das Architekturbüro wurde 1969 von Hubertus Wandel gegründet, dessen Tochter Andrea es heute gemeinsam mit Wolfgang Lorch weiterführt.

Der Hessische Kulturpreis wurde in Anerkennung besonderer Leistungen in Kunst, Wissenschaft und Kulturvermittlung 1982 erstmals verliehen. Dazu gehören neben der Literatur auch bildende Künste, Musik, Film, Wissenschaft und Leistungen in der Vermittlung von Kultur. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an die drei Journalisten Andreas Platthaus, Heike Schmoll und Regina Oehler.

Der Jury gehören neben Bouffier als Vorsitzendem und der Kulturministerin Angela Dorn (Grüne) unter anderen der Intendant des Rheingau-Musik-Festivals, Michael Herrmann, die Direktorin des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt, Susanne Pfeffer, der Schauspieler, Kabarettist und Regisseur Michael Quast, die Präsidentin der Frankfurter Goethe-Universität, Birgitta Wolff, sowie der Architekt Jürgen Engel an.

(epd)