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Heike Otto verlässt saarländisches Kultusministerium

Abschied : Heike Otto verlässt Saar-Kultusministerium

Kultur-Abteilungsleiterin Heike Otto verlässt das saarländische Kultusministerium zum 1. Januar 2021.

Als sie vor fünf Jahren aus Köln ins Saarland wechselte, lobte sie der damalige Kultusminister Ulrich Commercon (SPD) als eine „Frau der Praxis“. Und als solche machte Heike Otto (50) offensichtlich eine überraschende, womöglich auch frustrierende Erfahrung: In einem Ministerium lässt sich weit weniger gestalten als gedacht. Deshalb kehrt die Archäologin und Ausstellungsmacherin nun auch wieder auf das aktive Kulturfeld zurück. Wie sie der SZ auf Nachfrage bestätigte, wird sie das saarländische Kultusministerium, dessen Abteilung E (Kultur) sie leitete, zum 1. Januar 2021 verlassen.

Otto übernimmt die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, unter deren Dach unter anderem drei Landesmuseen in Koblenz, Mainz und Trier, Denkmalfachbehörden und die Landesarchäologie gemanagt werden. Vor ihrem Wechsel ins Saarland war Otto Geschäftsführerin des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e.V. und verantwortlich für Großprojekte. Die Kulturamtsleiterin widersprach am Freitag Spekulationen, der Wechsel an der Ministeriums-Spitze zu Christine Streichert-Clivot (SPD) habe für ihre Entscheidung eine Rolle gespielt. Otto: „Ich habe schlicht gemerkt, dass ich für ein Ministerium, das ja verwalten und ermöglichen soll, gar nicht so gut geeignet bin. Ich möchte wieder näher an den Menschen sein und mehr gestalten als es die Aufgabe in einem Ministerium zulässt.“ Otto freut sich aufs „Kuratieren und die Öffentlichkeitsarbeit.“

Otto wurde in der hiesigen Kulturszene als Frau mit Erfahrung geschätzt. Sie selbst sieht die Saar-Kultur auf dem „richtigen Weg“ und hält sich zugute, die wachsende Kooperationsbereitschaft zwischen den Institutionen (Stiftung Kulturbesitz, Historisches Museum Saar, Weltkulturerbe Völklinger Hütte) mit angestoßen zu haben. Auch wenn daraus, so Otto, während ihrer Amtszeit noch nicht das große, Institutionen übergreifende touristische Top-Projekt geworden sei, sieht sie alle „genau auf dem richtigen Weg“.