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Gückliches Publikum mit traurigen Aussichten

Meinung : Das Staatstheater hat nicht gegeizt mit Verantwortung

Es war eine Aufführung, die man historisch nennen durfte. Denn sie beendete nach kaum mehr als 14 Tagen die Premieren-Frühlingsfeier, die das Saarbrücker Staatstheater während der kurzen Saarlandmodell-Phase durchzog.

Intendant Bodo Busse nahm dies am Freitag zum Anlass für eine Abschieds-Rede – mit Dank ans Publikum, das allen Pandemie-Ängsten, allen Test-, Hygiene- und Pass-Kontroll-Auflagen zum Trotz zu den Aufführungen gekommen sei. Doch an dieser Stelle geht der Dank in die umgekehrte, in die Richtung Theater. Denn das Staatstheater hat ein Modell entwickelt, das für den fürchterlichen Fall taugt,  dass die Pandemie  länger dauern wird als  prognostiziert – und gesellschaftlicher Totalstillstand keine Lösung mehr sein kann. Die Theaterleute haben  das Versprechen gehalten, weiter zu produzieren und eine neue – nahezu gefahrenfreie Corona-Theater-Realität zu entwickeln. Bewältigt wurde die schwierige Aufgabe mit Fleiß und Fantasie, und es wurde nicht „mit Verantwortung gegeizt“, wie Intendant Busse festhielt, mit Anspielung auf das Premieren-Stück. Wahrlich nicht. Doch der Vorhang fiel. Davor saß das Publikum – dankbar und traurig.