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Großes Konzert bei den Musifestspielen Saar

Orchester und Chor der Saar-Musikhochschule : Es werde Licht – bei den Musikfestspielen

Etwas Jazz als Appetithappen, dann ein Monumentalwerk von Felix Mendelssohn-Bartholdy, ab dessen Hälfte dazu Lichtinstallationen an den Außenmauern der Ludwigskirche: Am Freitag hatten die Musikfestspiele Saar dick aufgefahren mit dem Orchester und dem verstärkten Chor der Musikhochschule, mit den Solisten Katharina Diana Brandel (Sopran), Tianjiao Huang (Mezzosopran) und Yan Liu (Tenor) sowie jenem, der alles zusammenhielt: Dirigent Georg Grün, HfM-Professor für Chorleitung.

Dass dem „Lobgesang“ von Mendelssohn-Bartholdy ein kurzer Auftritt der Jazzband Groovin’ High von August Wilhelm Scheer voranging, wirkte zwar ungewöhnlich, verursachte aber keinerlei Schäden am gesamten Konzertgenuss. Schließlich wurde da sehr sauber gespielter klassischer Jazz mit klassischer Musik verbunden. Warum man aber das Konzert in den Rahmen der „Fridays for Future“-Proteste platzierte, war nicht ganz schlüssig. Die Planung für das Event dürfte weit vor dem Aufkommen der Klimaproteste gelegen haben. Konsequenterweise hätte man dann die elektrische Verstärkung weglassen müssen, um den teilweise mit Kohlenenergie erzeugten Strom einzusparen. Das wäre ganz im Sinne von Robert Leonardy gewesen, Urvater der Musikfestspiele und Vater des aktuellen Leiters Bernhard Leonardy – denn ihm gefiel der Klang nicht: „Ich habe mich gefragt, ob das denn sein muss. Ich dachte, der Chor ist stark genug, die Solisten haben große Stimmen. Es klingt mit der Verstärkung einfach nicht so, wie es sein soll.“ Tontechniker Christian Loch erklärte, dass das Konzert ohne Verstärkung nicht funktioniert hätte.

Spieltechnisch gab es nichts auszusetzen. Auf dem Weg zum Berufsmusiker lieferten die Studenten eine professionelle Leistung ab. Das sakrale Werk besaß viel Wucht. Und die Lichtinstallationen des Studios Kaminski/Neumann untermalten den ohnehin farbenfrohen Lobgesang visuell. Das genossen auch die zahlreichen Zaungäste, die sich keine Eintrittskarte leisten wollten.