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Filmhaus in Saarbrücken wurde 30 Jahre alt

Kino-Jubiläum : So hat das Saarbrücker Filmhaus seinen 30. gefeiert

Seit 30 Jahren gibt es das Saarbrücker Filmhaus – das Jubiläum hat das Kino am Samstag gefeiert. Im Juli gibt es nach langer Pause wieder Open-Air-Vorstellungen.

Gut, dass das Saarbrücker Filmhaus rechtzeitig wieder trocken wurde. So konnte es, nach einem Wasserschaden einige Wochen geschlossen, am Samstag seinen 30. Geburtstag feiern. Passend zum „Mittsommerfest im Quartier Mainzer Straße“: Bei dem hatten sich einige Hinterhöfe schön herausgeputzt und boten Kultur, eben auch der des Filmhauses mit der Hausnummer 8.

Um 12 begann der Flohmarkt für Filmplakate, die Kinoleiterin Christel Drawer aus dem Keller des Filmhauses ans Licht geholt hatte: von Herbert Achternbusch und Woody Allen bis Robert Zemeckis und Zhang Yimou. Ausgelegte Listen, mal sortiert nach Titel, mal nach Regie, machten das Stöbern einfach. Zwei der begehrtesten und am flottesten verkauften Stücke (Preise zwischen zehn und 20 Euro): das Plakat zum Western „Spiel mir das Lied vom Tod“ und zu „Der Swimming Pool“ mit Romy Schneider und Alain Delon.

 Der Filmplakate-Flohmarkt im Innenhof des Filmhauses.
Der Filmplakate-Flohmarkt im Innenhof des Filmhauses. Foto: Tobias Keßler

Musik im Innenhof gab es vom saarländischen Trio „Me and the Forest“: wundersamen, versponnenen Folkpop mit viel Atmosphäre und herzerwärmenden Melodien – ein Vergnügen. Ein paar Meter weiter zeigten 13 Studentinnen und Studenten der Hochschule der Bildenden Künste Saar (HBK) ihre Ideen, wie man für das Filmhaus werben, es noch mehr ins kollektive Kino-Bewusstsein der Stadt bringen kann – gerade auch bei jungen Kinogängern. Unter dem Titel „Filmhaus? Filmhaus!“ hatte sich im Wintersemester 2021/22 ein HBK-Kurs, betreut von Ivica Maksimovic, auf Anregung des Kinos mit dem Filmhaus beschäftigt. Ergebnisse waren neue Titelzug-Entwürfe, Plakate, Broschüren, Ideen für Werbekampagnen (etwa an der Saarbahn) und zwei charmante, animierte Kinotrailer für das Filmhaus – die konnte man sich Erdgeschoss des Filmhauses ansehen, dem ehemaligen „Schauplatz“-Kinoraum.

 13 Studentinnen und Studenten der HBK zeigten ihre Ideen zum Filmhaus.
13 Studentinnen und Studenten der HBK zeigten ihre Ideen zum Filmhaus. Foto: Tobias Keßler

Einige der Ideen, etwa Werbung in der Saarbahn, sollen bald verwirklicht werden, sagt Leiterin Drawer. Werbung sei nötig, denn der Kinobetrieb hier habe, wie bei den anderen Filmtheatern auch, noch lange nicht den Vor-Corona-Stand wieder erreicht. „2019 war unser bestes Jahr“ sagt sie, die das Kino seit 2017 leitet (vorher taten das Filmhausgründer Albrecht Stuby und danach Michael Jurich), „daran wollen wir wieder anknüpfen“. Die Werbung fürs Filmhaus soll auch betonen, dass das Haus ein städtisches Kino ist, das ein anspruchsvolles Programm und weitere Veranstaltungen biete, darunter Ringvorlesungen und allerlei Kooperationen, und nicht dem Kommerz verpflichtet sei. „Ich glaube“, sagt Drawer, „dass die Idee eines ‚Kommunalen Kinos‘ vielen Jüngeren gar nicht mehr so bewusst ist“.

Ein Filmhaus-Klassiker wird im Sommer nach einigen Jahren Zwangspause wieder aufgenommen: das Open-Air-Kino im Innenhof. Es beginnt Mitte Juli mit der neuen französischen Komödie „Monsieur Claude und sein großes Fest“, die sogar eine Woche vor dem regulären Kinostart zu sehen ist; außerdem laufen bis in den August hinein „Der Rausch“ und „Helden der Wahrscheinlichkeit“ mit Mads Mikkelsen, „Die fabelhafte Welt der Amélie“ und einer der schönsten Filme von Alfred Hitchcock: „Der unsichtbare Dritte“.

www.filmhaussaarbruecken.de