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Ex-Kanzler der Musikhochschule Saar und Musikförderer Alfons Simon wird 80

Musikalisches Leben an der Saar : Alfons Simon, der stille Star der Musikfestspiele Saar

Musik braucht nicht nur die Stars an Tasten und Saiten, sie braucht auch die unermüdlichen Förderer wie Alfons Simon. Der frühere Kanzler der Saar-Musikhochschule und Geschäftsführer des Fördervereins der Musikfestspiele wird am Samstag 80.

Die Musikfestspiele Saar – sie hören selbstredend auf den Namen Leonardy. Heute kommt noch ein Bernhard hinzu. Jahre, jahrzehntelang davor war es Robert. Dieser, der Senior, ist auch mit 81 noch Quecksilber pur. In fast 30 Jahren Saar-Festival zauberte er immer wieder neue Klassik-Stars aus dem Hut (wenn zuvor vollmundig  annoncierte Größen mal doch nicht kamen), er umgarnte Sponsoren-Gattinnen, becircte das Publikum, hielt die Presse auf Trab, deklarierte en passant noch irgendeine Industrieruine zur neuen Festival-Location und glänzte überdies selbst als Pianist.

Wer wollte da noch den Überblick behalten? Auch Robert Leonardy nicht (immer). Aber die Musikfestspiele Saar hatten zum Glück ja ihren stillen Star: Alfons Simon. Den Mann, der über 25 Jahre lang den Förderverein des Festivals organisierte – mit in besten Zeiten 1000 Mitgliedern eine veritable Fördergroßmacht. Simon ordnete, wenn Robert Leonardy das kreative Chaos entfesselte. Simon stellte Stühle im Konzertsaal, wenn noch Plätze gebraucht wurden. Simon sorgte so dafür – mit etlichen weiteren Helfern –, dass die Festspiele funktionierten.

Diesen Samstag wird Alfons Simon 80 Jahre alt. „Dienst hat er immer als Dienen verstanden“, sagt Leonardy über ihn. Was nichts Geringeres meint, als, dass dieser sich so bescheiden wie unermüdlich einsetzte und einsetzt für die Musik und die Menschen, die sie machen. 

Das übrigens nicht nur in diversen Ehrenämtern (neben den Musikfestspielen noch so einige), sondern lange auch hauptberuflich. Alfons Simon, der aus Reitscheid bei St. Wendel stammt, war 34 Jahre lang bei der Hochschule für Musik Saar (HfM) in Diensten, hielt als Kanzler die Verwaltung am Laufen, begleitete Kooperationen mit anderen Akademien und war eben doch nicht nur der Verwaltungsmann, sondern einer, der mit ganzer Passion dabei war. Da hatte seine Schulzeit im schwäbischen Klosterinternat, wo Chor und Orgel einfach dazu gehörten, schon den Grundstein gelegt. An der  Musikhochschule kam die Klassik hinzu. Und keiner kann sich so ergriffen über ein Konzerterlebnis freuen wie Alfons Simon. Wenn nach manch’ großen Klassikmomenten der Musikfestspiele die anderen Gäste schon längst beim Wein danach waren, konnte man Alfons Simon noch beobachten, wie in ihm das Gehörte nachklang. Doch es mussten gar nicht die großen Namen sein. Just für Studenten-Ensembles zeigte er dieselbe Begeisterung  – und kümmerte sich darum, dass die jungen Leute zu (honorierten) Auftritten kamen. Sicher ist das auch das zweite Leitmotiv seines Tuns, sich für junge Menschen zu engagieren.

Einen Ruhestand gab und gibt es für ihn nicht: Bis heute engagiert er sich für diverse Musikprojekte. „Es ist sinnvoll, Kultur zu fördern und allgemeinbürgerliches Engagement aufzubringen“, sagt Alfons Simon. Ja, hörbar die Worte eines Verwaltungsmanns, aber gesprochen mit dem ganzen Herzblut eines großen Musikfreundes.