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Enrico De Pieri vor seinem Auftritt bei "Disney in Concert" in Trier

Interview Enrico De Pieri : „Ich bin stolz darauf, lustig zu sein“

Musical-Darsteller Enrico de Pieri erzählt im SZ-Gespräch was die Fans bei „Disney in Concert“ erwartet. Und was er mit Trier verbindet.

„Dreams Come True“ ist der Titel der aktuellen Tour von „Disney in Concert“. Diese macht am Donnerstag, 26. Mai, in der Arena Trier Station. Mit dabei ist neben Mandy Capristo, Roberta Valentini, Judith Lefeber, Philipp Büttner und Anton Zetterholm auch Enrico de Pieri. Im SZ-Gespräch erzählt der Musical-Darsteller, was ihn mit Trier verbindet, warum er gerne lustig ist und was die Fans erwartet.

Sie kommen zu „Disney in Concert“ nach Trier. Mit Disney werden Sie wohl auch die meisten Fans in Verbindung bringen, dank Ihrer Darstellung des Dschinnis in „Aladdin“. Was bedeutet Ihnen selbst diese Rolle?

DE PIERI Ich bringe mich auch selbst gerne mit dieser Rolle in Verbindung. Tatsächlich war „Aladdin“ als Kind einer meiner Lieblingsfilme. Und Dschinni war mein Held. Er ist so lustig und liebenswürdig und so gut zu Aladdin. Diese Rolle war für mich ein Riesen-Geschenk.

Dschinni ist eine lustige Rolle. Sie haben zuletzt häufiger lustige Rollen gespielt, in „Wahnsinn“ oder der „Addams Family“. Sehen Sie sich denn selbst als lustigen Menschen?

DE PIERI Ich bin stolz darauf, lustig zu sein. Ich habe auch viele ernste Rollen gespielt. Aber gerade bei lustigen Rollen, wenn die Zuschauer über einen lachen können, entsteht eine besondere Verbindung zum Publikum. Es sind oft die dankbareren Rollen, die einer dramatischen in nichts nachstehen.

Über welche Filme oder Musicals können Sie denn lachen?

DE PIERI Ich bin eher ein Serien-Kucker. Bei „The Office“ oder der „Big Bang Theory“ kann ich lachen. Aber auch bei vielen Disney-Filmen. Zuletzt bei „Soul“.

Sie sind also auch als Erwachsener noch Fan von Zeichentrickfilmen?

DE PIERI Unbedingt. Ich halte es für wichtig, dass man das innere Kind behält. Und das ist einer der Hauptpunkte bei Disney.

Dabei hat bei Ihnen alles mit Oper angefangen. Diese sehen Kritiker oft als ernsthafter als Musical an. Wie sehen Sie das?

DE PIERI Das ist ein altes Klischee, das sich schon lange hält. Gerade in Deutschland verbinden viele Menschen Musicals nur mit Groß-Events wie „Cats“, „Phantom der Oper“ oder „König der Löwen“. Aber auch in kleineren Stadttheatern tut sich viel. Und es gibt viele anspruchsvolle und ernsthafte Musicals. In den USA und in England ist es längst vorbei, dass Musicals belächelt werden. Es wird anerkannt, dass Musical-Darsteller vielseitige Fähigkeiten haben. Ich habe viele Opern gesungen und gesehen. Da waren viele intelligente Dinge drunter, aber auch viel dummes Zeug. So ist das auch bei Musicals. Oder auch beim Film. Nicht immer sind die erfolgreichsten Filme oder Musicals auch die besten. Außerdem sollte man sehen: Für machen Besucher ist das Musical das Tor in die Theaterwelt. Vielleicht geht er das nächste Mal ins Theater oder in die Oper. Alles ist derzeit im Wandel. Auch die Stadttheater werden mutiger.

Welche Stücke gefallen Ihnen besonders gut?

DE PIERI Ich persönlich denke, wir sollten in Deutschland Original-Stoffe zeigen, es gibt viele gute deutsche Stoffe. Wir müssen keine Wiederverwertungsstelle von Stücken aus Großbritannien oder den USA sein. Ich nenne nur „Das Wunder von Bern“ oder „Kein Pardon“.

Ganz nebenbei sind Sie auch Professor an der Folkwang-Universität und unterrichten. Welcher Ihrer Jobs liegt Ihnen denn am meisten am Herzen?

DE PIERI Das Unterrichten ist mittlerweile mein Hauptberuf. Mein Fokus liegt auf dem Unterrichten. Für mich als Künstler ist es wichtig, keine finanziellen Zwänge zu haben. Trotzdem will ich den Kontakt mit dem Geschäft halten. Auch um meinen Schülern die beste Ausbildung bieten zu können. Für mich ist es wie ein Sechser im Lotto. Davon träumt man doch als Künstler: sich aussuchen können, was man macht. Aber so etwas wie „Aladdin“ wird es bei mir nicht mehr geben. 30 Vorstellungen im Monat, das kann ich mit meiner Arbeit an der Uni nicht vereinbaren. Schon für solche Sachen wie nun „Disney in Concert“ muss ich viele Stunden herausarbeiten. Das ist aber das Höchste der Gefühle. Ich werde mich mehr auf Stadttheater fokussieren.

Stöbert man im Netz, findet man nur wenig Privates über Sie. Nennen Sie uns doch mal Ihre liebste Beschäftigung, die nichts mit Musik zu tun hat.

DE PIERI Seit „Wahnsinn“ treibe ich extrem gerne Sport. Habe meine Lust an Cross-Fit entdeckt. Das erlaubt mir, einer weiteren Lieblingsbeschäftigung nachzugehen, dem Kochen und dem Essen (lacht).

Und was kommt bei Ihnen am liebsten auf den Tisch?

DE PIERI Ich als Halb-Italiener lasse für einen Teller Pasta oder eine Pizza alles andere stehen.

Und wollen Sie uns noch etwas Lust auf Trier machen? Was können Ihre Fans erwarten?

DE PIERI Wir bieten ein, so denke ich, extrem rundes Programm, sehr abwechslungsreich. Mit alten Liedern mit Nostalgie-Faktor und ganz neuen Hits. Es gibt lustige und emotionale Lieder und auch Party-Momente. Wir haben mit Daniel Boschmann einen tollen Moderator. Auch unsere Cast ist super, wir kennen uns fast alle von früher, es war wie ein Klassentreffen. Ich glaube, seit 1993 war ich nicht mehr in Trier, ich bin total gespannt, was ich noch kenne. Damals war ich bei einem Schultheatertreffen.

Die Fragen stellte Melanie Mai

www.eventim.de