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Elise Schmit erhält für ihr Debüt den luxemburgischen Prix Servais

Literaturpreise : Prämierte Stürze in Luxemburg

Die junge Autorin Elise Schmit erhält den Prix Servais des Großherzogtums.

(SZ) Die luxemburgische Autorin Elise Schmit erhält den diesjährigen Prix Servais. Er gilt als wichtigste Literaturauszeichnung Luxemburgs neben dem alle drei Jahre vergebenen Nationalen Literaturpreis Batty Weber. Der mit 6000 Euro dotierte, seit 1992 vergebene Preis kürt alljährlich das aus Jurysicht prägnanteste literarische Werk des Vorjahres im Großherzogtum. Schmit wurde 1982 in Luxemburg geboren, studierte in Tübingen Germanistik und Philosophie, arbeitet heute wieder in ihrer Heimat als Lehrerin und ist Mit-Herausgeberin der Literaturzeitschrift „Les Cahiers luxembourgeois“. Ausgezeichnet wird die 37-Jährige für ihren 2018 im Verlag Hydre Éditions erschienenen Kurzgeschichtenband „Stürze aus unterschiedlichen Höhen“.

Die neunköpfige Jury rühmt den „nuancierten Erzählstil“ von Schmits Debüt sowie ihr „ausgeprägtes Gespür für Rhythmus und Struktur“. Schmits Band kreist in sechs Geschichten um das titelgebende Sturzmotiv. „Von alltäglichen Situationen ausgehend, inszeniert die Autorin den Sturz als Grenzsituation, die die Zerbrechlichkeit und die innere Verlorenheit der Figuren enthüllt“, heißt es in der Jurybegründung. Ob eine Witwe, die einsam am Rande einer Klippe lebt oder ein geschiedener Zeitungsausträger: Schmits zwischen innerer Gleichgültigkeit und gesteigerter Wahrnehmungsintensität hin und her geworfene Figuren versuchen ihr verlorenes Gleichgewicht wiederzufinden. Sie alle eint ihr Bemühen, gewaltige Umbrüche in ihrem Leben zu meistern.

Der Förderpreis der Fondation Servais, der „Prix d’encouragement“, geht in diesem Jahr an den jungen Autor Jean Bürlesk für seine Kurzgeschichtensammlung „The Pleasure of Drowning“. Beide Servais-Preise werden am 2. Juli in Luxemburgs Centre national de littérature in Mersch vergeben. 2018 war der Prix Servais Nico Helminger für seinen Roman „Kuerz Chronik vum Menn Malkowitsch sengen Deeg an der Loge“ zuerkannt worden. Frühere Preisträger waren unter anderem Nora Wagener (2017 für „Larven. Kurze Geschichten“), Jean Portante (2016 für „L’architecture des temps instables“), Roland Meyer (2015 für „Roughmix“) sowie 2014 schon einmal Nico Helminger. Seinerzeit war der Prix Servais gesplittet worden und Helminger für seinen Gedichtband „Abrasch“ sowie Michel Clees für seine unter dem Titel „Sterbehäusle“ erschienene Kurzprosa geehrt worden.